Henrik Schaefer steht regelmäßig am Pult internationaler Opernhäuser und Symphonieorchester und erweist sich stets als ebenso engagierter wie konzeptionsstarker Partner. Der gebürtige Bochumer, der seine Dirigenten-Karriere als Assistent von Claudio Abbado begann, wirkt seit 2014 als Music Director der Oper Göteborg, einem der führenden Opernhäuser Skandinaviens.

Im Anschluss an sein dortiges Debut 2007 führte er das Haus mit Opern von Mozart (Figaro, Zau­berflöte), Strauss (Daphne), Thomas (Hamlet) oder zuletzt 2018/19 mit Madama Butterfly zu vielbeachteten Erfolgen. Daneben führte er eine Reihe innovativer Konzertfor­mate ein – so lädt die Reihe Kom som du är („Komm, wie Du bist“) zum Einstieg in die Welt der Klassik ein, und in den „360°-Konzerten“ rund um ein Opernsujet kann man mehrere Stunden lang in Musik eintauchen. Sein Einsatz für unbekannteres romantisches Reper­toire schlägt sich in Konzerten und Opernproduktionen mit wiederentdeckten Werken und in zahlreichen Ersteinspielungen nieder - darunter Kompositionen von Elfrida Andrée, Wilhelm Stenhammar, Joachim Raff und August Klughardt.

Von 2004 bis 2011 war Henrik Schaefer Erster Gastdirigent des Hiroshima Symphony Orchestra und von 2007 bis 2013 Chefdirigent der Wermland Opera Karlstad. Internationale Beachtung fanden dort insbesondere seine Gesamtaufführungen von Wagners Ring, interpretiert auf historischen Instrumenten. Bereits für den Parsifal, mit dem er dort debütierte, führte er umfangreiche Recherchen zur Spieltechnik der Streicher im 19. Jahrhundert durch.

Gleichzeitig entwickelte sich seine internationale Karriere: So dirigierte er unter anderem das Danish National Symphony Orchestra, Nederlands Philharmonisch Orkest, das Mozarteumorchester Salzburg, das Osaka Philharmonic Orchestra, das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, New Japan Philharmonic, das Hong Kong Philharmonic Orchestra, Antwerp Symphony. Außerdem leitete er Produktionen an der Oper Leipzig (Figaros Hochzeit), der Hongkong Opera (Der Fliegende Holländer) sowie an den Volksopern Wien (Die Zauberflöte) und Stockholm (Massenet Don Quichotte). In der Saison 19/20 dirigiert er u.a. La Traviata mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra am Tokyo Metropolitan Theatre sowie La Bohème und Tosca in Göteborg.

Henrik Schaefer studierte Bratsche an der Folkwang Musikhochschule Essen sowie bei Ulrich Koch und Kim Kashkashian in Freiburg. 1991 wurde er mit 22 Jahren das damals jüngste Mitglied der Berliner Philharmoniker und musizierte unter den großen Dirigenten dieser Zeit, darunter Carlos Kleiber, Sergiu Celibidache, Ricardo Muti, Seiji Ozawa, Lorin Maazel und Bernhard Haitink. Parallel studierte er von 1994 bis 1998 Dirigieren an der Musikhochschule Leipzig bei Volker Rohde. 2000 wählte Claudio Abbado ihn zu seinem Assistenten bei den Berliner Philharmonikern. Zunehmend unterstützte er den Maestro mit Dirigaten unter anderem von Tristan und Isolde, Parsifal, Falstaff sowie Sinfonien von Mahler und Bruckner. Nach dem Weggang Abbados aus Berlin 2003 beschloss Henrik Schaefer, sich ganz dem Dirigieren zu widmen – eine Entscheidung, die schnell durch den Erfolg seines Dirigates von Sacre du Printemps mit dem Gewandhausorchester Leipzig und dem Leipziger Ballett (dokumentiert auf einer DVD für das Label Arthaus) bestätigt wurde.

Kontinuierlich fördert der Dirigent junge Musiker und Sänger, so etwa an der Dutch National Opera Academy und der Hanyang University in Seoul sowie aktuell als Artistic Director des Studiengangs Master of Orchestra Performance an der Universität Göteborg.

Saison 2019/20

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