Politik, Kunst und gesellschaftliche Wirklichkeit, Video, Licht, gesprochenes Wort, Gesang und Musik verbinden sich zu einem mitunter kunstvoll ineinandergreifenden, momentanen Spiel, das die absurden Assoziationen der Jelinek-Texte wirkungsvoll vor Augen führt.
Klassik.com, Ursula Decker-Bönniger, 28.08.2017 zu Kein Licht

[Philippe Manoury] hat mit seiner Partitur eine kongeniale Entsprechung zu Jelineks Text-Steinbrüchen gefunden.
Stuttgarter Nachrichten, 28.08.2017 zu Kein Licht

Manoury ist nach dem Tod von Pierre Boulez die Gallionsfigur der französischen Avantgarde. In seinem 2010 entstandenen Violinkonzert „Synapse“ simuliert er mit Raffinesse sich verdichtende Rückkoppelungsschleifen zwischen dem Orchester und dem Solopart.
Münchner Merkur, Anna Schürmer, 25.01.2016 zu Synapse

Zeitweise brausten die Klangschichten durch den Saal, als ob die vier apokalyptischen Reiter über die Zuschauer hinwegrasten oder als ob Hagel niederprasselte. In anderen Passagen aber läutete die Elektronik, sie knisterte, gurgelte, schnappte, flüsterte, streichelte und löste sich auf. Ein Fest, nicht nur für den gebildeten Kulturbürger, sondern auch für alle anderen Neugierigen.
The Guardian, Fiona Maddocks, 18.10.2015 zu Le temps, mode d’emploi für 2 Klaviere und Live-Elektronik

Das Werk ist stellenweise von verblüffender Schönheit, insbesondere in den Momenten des Stillstands, die von den abschwellenden, im Saal widerhallenden elektronischen Klängen eingefärbt sind.
The Guardian, Andrew Clements, 13.10.2015 zu Le temps, mode d’emploi für 2 Klaviere und Live-Elektronik

Provokationslustig hart prasseln die Rhythmen in Manourys "Zones de turbulences" für zwei Klaviere und Orchester auf den Zuhörer ein, virtuoses Futter für die brillanten Solisten Andreas Grau und Götz Schumacher, aber nicht weniger für das äußerst präsente, von Frank Ollu souverän im Griff gehaltene Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Ebenso unterlegt es den Klavierklang mit zart gewebten Streicherteppichen, kann sich ihm mit Harfenzupfen oder hellem Holzblockgeklingel bis zur Unkenntlichkeit verbinden. So wie es ansatzlos grellste und schärfste Bläserakzente setzt.
Der Tagesspiegel, 23.01.2015

Hinter dem spitzen Partikelfeuer und dem feinen Klangregen der Elektronik, die seine Musik umschließen, verbirgt sich ein System unterirdischer Gänge, das säuberlich stratifizierte Klangschichten überlagert. Man bemerkt darin den feinen Kenner der Verfahren von Richard Wagner und Richard Strauss. Nichts Diffuses oder Weiches in dieser Musik, die ein geheimes Netz polyphoner Labyrinthe durchzieht, in dem Philippe Manoury, einem eifersüchtigen Minotaur gleich, uns den Ariadnefaden entzieht.
Télérama, Gilles Macassar, 24.09.2014, Portrait-Artikel anlässlich der französischen Erstaufführung von In situ bei Musica Strasbourg im September 2014

Man kann Musik zu Hause hören. Aber live klingt es eben doch anders, erst recht in diesem Raum greifenden Le temps, mode d‘emploi, komponiert vom Franzosen Philippe Manoury. Vorne spielen die phantastischen Pianisten Andreas Grau und Götz Schumacher und von hinten kommen ihre Parts zeitversetzt aus Lautsprechern. Das Virtuelle und Reale vermengt sich zu einem imposant räumlichen Klangbild voll berstender Energie. (…)
Schweizer Musikzeitung, Torsten Möller, Juni 2014

(…) in Melencolia(d‘après Dürer) schrieb Manoury im Jahr 2012 sehr fein ziselierte Musik. Gegliedert durch Glockenklänge treten immer wieder neue, interessante Klangbilder hervor. Spannung ist garantiert – Philippe Manoury hält sie, fast lässig, und das gleich über 40 Minuten.
Schweizer Musikzeitung, Torsten Möller, Juni 2014 zu Melencolia (d’après Dürer), 3. Streichquartett

Körperliche musikalische Gebärden und einen direkten Ausdruck sucht der französische Komponist Philippe Manoury, der als Gegenpol zum Scelsi-Projekt einen Schwerpunkt erhielt. Obwohl Manoury den großen romantischen Gestus liebt, hat er sein Eigenstes wohl in der Kammermusik und der Live-Elektronik geschaffen. In «Le temps, mode d'emploi» (2014) für zwei Klaviere und Live-Elektronik ist viel los (...). Vor allem die kommunikative Struktur der multiplen, mit selbständigen Entwicklungen direkt in das Geschehen eingreifenden Live-Elektronik ist meisterhaft programmiert; die so entstehende Zeitpolyfonie wirkt so erfrischend, dass einem die Zeit nie lang wird.
Neue Zürcher Zeitung, Alfred Zimmerlin, 14.05.2014

Manoury, Jahrgang 1952, darf neben Tristan Murail und Pascal Dusapin als wichtigster französischer Gegenwartskomponist gelten. Hinter seinen bei der Musica Viva uraufgeführten „Zones de turbulences“ verbirgt sich ein Konzert für zwei Klaviere nach klassischem Vorbild.(...) Sein Konzert für zwei Klaviere ist ein raffiniertes Werk, das man sofort noch einmal hören möchte, weil es voller Geheimnisse steckt. In seiner hohen Klangsensibilität verweist es unverkennbar auf französische Vorbilder. Aber seine Sinnlichkeit entsteht erst daraus, dass es klug gemacht ist.
Süddeutsche Zeitung, Michael Stallknecht, 16.12.2013

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