Zur Pause hin finden das Berner Symphonieorchester, Solist und Dirigent zu vorbildlicher Einheit. (...) Wie er den Instrumentengruppen Raum gibt, die Balance wahrt und präzise schlägt: Mustergültig.
DER BUND, Peter König, 05.03.2016

Seit dem Auftakt seiner internationalen Karriere als Finalist des Nestlé und Salzburg Festival Young Conductors Award 2014 hat Victor Aviat mit einer Reihe von Debüts viel Kritikerlob geerntet. In den vergangenen beiden Spielzeiten konnte er zudem als Young Conductor in Association beim Bournemouth Symphony Orchestra Erfahrungen sowohl mit einem breiten Repertoire als auch mit den vielfältigen Aspekten des Orchesteralltags sammeln. Die Gelegenheit, dort neben seinen regulären Konzerten Vassily Sinaisky für ein Dirigat der 5. Sinfonie von Schostakowisch kurzfristig zu vertreten, meisterte er bravourös. 

In der Saison 2018/19 ist er erneut mit dem Bournemouth Symphony Orchestra zu erleben; daneben stehen Debüts beim Royal Philharmonic Orchestra, beim Orchestre national des Pays de la Loire, bei der Sinfonia Lahti sowie beim Orcheste d’Auvergne und eine Wiedereinladung zum Aarhus Symfoniorkester an. 

Ein großer Erfolg der vergangenen Saison war sein Auftritt mit dem MAV Symphony Orchestra in Budapest, wo er kurzfristig für Dmitri Jurowski einsprang. Gastdirigate führten ihn bisher zudem schon zum Orchestre Philharmonique de Luxembourg, dem Orchestre National de Montpellier, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Orchestre National de Lille, dem Orchestre Symphonique de Bretagne, dem Berner Sinfonieorchester und dem Bilkent Symphony Orchestra. Auch am Pult des Budapest Festival Orchestra, das er aus seinen früheren Positionen als Solo-Oboist und als Assistent von Iván Fischer bestens kennt, war er mehrfach zu erleben. Viel Aufmerksamkeit erregte eine Produktion an der Opéra de Lyon: Die gemeinsam mit dem Regisseur Laurent Pelly und dem Herausgeber Boosey & Hawkes erarbeitete Inszenierung von Offenbachs in Vergessenheit geratener Oper Le Roi Carotte wurde für Fernsehen und Radio aufgezeichnet und mit Begeisterung von der europäischen Musikpresse aufgenommen, gekrönt durch den International Opera Award 2016 für die beste Produktion eines wiederentdeckten Werkes.

Neben Oboe studierte Victor Aviat, der 1982 in Montpellier geboren wurde, zunächst Klavier, Orgel und Komposition in Paris, Genf und Zürich. Ehe er sich, bestärkt durch Franz Welser-Möst, 2009 ganz für eine Laufbahn als Dirigent entschied, war er als Oboist Mitglied der Karajan Akademie der Berliner Philharmoniker, des Lucerne Festival Orchestra und des Zürcher Opernhauses. Sein dirigentisches Handwerk lernte er anschließend bei Prof. Ulrich Windfuhr an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig und bei Prof. Johannes Schläfli an der Zürcher Hochschule der Künste. Noch während seines Studiums gründete Victor Aviat 2010 das aus Musikern des Tonhalle-Orchesters Zürich, des Orchesters des Opernhauses Zürich und des Zürcher Kammerorchesters bestehende Orchestra Zurich, ein Projektorchester insbesondere für thematische Programme rund um die Erste und Zweite Wiener Schule. In dieser Zeit arbeitete er eng mit Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Emmanuel Krivine und Iván Fischer zusammen – vier Musikerpersönlichkeiten, die ihn in seiner Entwicklung als Dirigent aktiv unterstützten und auf jeweils eigene Weise musikalisch beeinflussten.

Saison 2018/19

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