L. V. BEETHOVEN: DIE HEROISCHE SCHAFFENSPERIODE

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Stefan Schulte

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CR Le Concert Olympique

Projektbeschreibung

Jan Caeyers über seine Programmidee:

Zwischen 1804 und 1806 war Beethoven nahezu ausschlieβlich mit der Komposition seiner ersten Oper Leonore beschäftigt. Diese schwierige und mühsame Arbeit war wesentlich für seine Entwicklung als Komponist auch auβerhalb der Gattung Oper. Als im April 1806 die Leonore-Vorstellungen – vermutlich aus finanziellen Gründen – abrupt abgebrochen wurden, fühlte Beethoven sich befreit, weil er sich wieder seinem kompositorischen Kerngeschäft widmen konnte. Während der folgenden Jahre schrieb er viele und wichtige Werke im Bereich Symphonie, Konzert und Kammermusik, nicht nur nacheinander, sondern meistens parallel. Auffallend ist dabei die Tatsache, dass Beethovens Entwicklung als Opernkomponist einen direkten Einfluss auf seine Instrumentalmusiksprache hatte, mit der Konsequenz, dass er ab 1806 mit seinen Kompositionen in eine zweite und neue Phase der sogenannten ‚heroischen Periode‘ eintrat.

Le Concert Olympique und Jan Caeyers verdeutlichen in dieser Produktion, wie die Rasumowsky-Quartette und die 5. Sinfonie, die als erste Produkte der post-Leonore-Zeit fast zeitgleich im Herbst 1806 entstanden, in dieser neuen Musiksprache konzipiert sind – und wie wichtig es ist, sie aus der Perspektive der Leonore heraus zu interpretieren und zu hören. Da es sich um zwei verschiedenen Gattungen handelt, ist es interessant nachzuvollziehen, wie Beethoven innerhalb der gleichen Sprache zwei völlig verschiedene Antworten auf die Frage gibt, wie man Stücke in C, ob Dur oder Moll, schreiben kann – zumal die Rasumowsky-Quartette – zum ersten Mal in der Musikgeschichte – für ein öffentliches Publikum komponiert wurden. Folglich zeigt diese Produktion auch, wie das ‚Heroische‘ bei Beethoven verschiedene Gestalten annehmen kann, abhängig von der Gröβe der Gestik.

Le Concert Olympique / Jan Caeyers

Der Dirigent und renommierte Beethoven-Biograph Jan Caeyers verfolgt mit dem Orchester Le Concert Olympique, für das er 45 Musiker aus den besten europäischen Orchestern (u.a. Concertgebouw Orchester Amsterdam, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks) verpflichtet hat, das Ziel, die Musik Beethovens und dessen Zeitgenossen in künstlerisch herausragenden Interpretationen Gestalt zu geben. Das Orchester debütierte 2010 mit zwei aufsehenerregenden Konzerten im deSingel in Antwerpen, wo es seit seiner Gründung residiert. Nach weiteren Auftritten in den wichtigsten belgischen Konzertsälen ist Le Concert Olympique seit 2012 auch auf internationalen Bühnen zu Gast. In der Spielzeit 2017/18 wird das Orchester u.a. beim Beethovenfest Bonn, der Philharmonie Essen, dem Wiener Konzerthaus, im Concertgebouw Amsterdam sowie in der Berliner Philharmonie gastieren.

Das Repertoire von Le Concert Olympique umfasst nicht nur die bekannten Sinfonien und Konzerte Ludwig van Beethovens, sondern auch weniger bekannte und selten gespielte Stücke, darunter die großen Chorwerke, die in der kommenden Saison mit dem berühmten Arnold Schoenberg Chor aus Wien aufgeführt werden. Daneben sorgt die Musik von u.a. Haydn, Mozart, Schubert und Mendelssohn für die musikhistorische Perspektive.

Le Concert Olympique kommt nur einige Male im Jahr für seine ambitionierten Projekte zusammen. Der festliche Charakter der Konzerte wird durch die Tatsache unterstrichen, dass das Orchester vom Antwerpener Modehaus Maison Anna Heylen eingekleidet wird. Diese Zusammenarbeit illustriert das Ziel der Musiker, die klassische Tradition mit einem modernen Erleben zu kombinieren.

Der Name Le Concert Olympique verweist ausdrücklich auf Le Concert de la Société Olympique, die bekannteste Pariser Konzertreihe zwischen 1782 und 1789. Le Concert de la Société Olympique hat vor allem durch die Bestellung von sechs Sinfonien bei Joseph Haydn – die Pariser Sinfonien – im Jahr 1785 für Aufsehen gesorgt. Dieser Auftrag gilt allgemein als Geburt der modernen klassischen Sinfonie.

Gringolts Quartett

Ilya Gringolts, Violine
Anahit Kurtikyan, Violine
Silvia Simionescu, Viola
Claudius Herrmann, Violoncello


Eine fesselnde Hörerfahrung, die durch das Spiel des Gringolts Quartetts, ergänzt um Christian Poltéra am zweiten Cello, in erstklassiger Weise vermittelt wird: Ein satt-sonorer, gleichzeitig sehr tiefenscharfer Klang lässt den Hörer die Werke quasi aus der Mitte des Geschehens heraus erleben – man fühlt sich ganz eingehüllt in eine seltsam unvertraute, aber ungeheuer ansprechende Musik.  RONDO MAGAZIN, Michael Wersin, 6.2.2016

Im 2008 gegründeten und in Zürich beheimateten Gringolts Quartett fanden sich vier Musiker aus vier Ländern zusammen, die einander schon durch viele kammermusikalische Begegnungen freundschaftlich verbunden waren: Über Jahre hatten der russische Geiger Ilya Gringolts, die rumänische Bratschistin Silvia Simionescu und die armenische Geigerin Anahit Kurtikyan immer wieder auf internationalen Festivals in verschiedenen Formationen gemeinsam musiziert; der deutsche Cellist Claudius Herrmann spielte mit Anahit Kurtikyan im renommierten Amati Quartett Zürich. Was sie miteinander verbindet, sind die große Freude am gemeinsamen Musizieren und die Leidenschaft für das Streichquartettspiel. mehr

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