Les Cris de Paris

kontakt

Prune Hernaïz

ph(at)karstenwitt.com

+49 30 214 594-250

CR JF Mariotti

Konzept

Fast greift es zu kurz, Les Cris de Paris als ein Vokalensemble zu bezeichnen: „Verschiedene Besetzungen, unterschiedlichstes Repertoire, multiple Perspektiven fügen sich zu ihrer einzigartigen Identität“, sagt ihr künstlerischer Leiter und Gründer Geoffroy Jourdain über die Gruppe, die mal drei, mal achtzig Sängerinnen und Sänger umfassen kann, je nachdem, was ihre aktuellen musikalischen Projekte erfordern. Dazu gehören Konzerte mit Musik vom Barock bis zur Gegenwart genauso wie Bühnenproduktionen verschiedenster Art in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen und Kunstformen. Das Netzwerk reicht entsprechend weit über das Fach Gesang hinaus und umfasst unter anderem Komponisten, Arrangeure, Schauspieler, Regisseure, Instrumentalisten, Tänzer, Dirigenten, bildende Künstler, Sounddesigner und Pädagogen.

Ein Blick in die laufende Saison, in der Les Cris de Paris unter anderem bereits beim Festival Milano Musica, bei der Fondazione Pietà de’ Turchini in Neapel, im Berliner Radialsystem V und an den Pariser Theatern Bouffes du Nord und La Scala zu Gast waren, belegt die Vielseitigkeit des Ensembles. Auf dem Programm standen und stehen die Premiere eines spektakulären Projekts rund um Heinrich Schütz’ Psalmen Davids für zwei, drei und vier Chöre, Konzerte mit Werken von György Kurtág in Kombination mit der Uraufführung eines Werkes von Paolo Perezzani sowie mit neuen Kompositionen von Wolfgang Mitterer und Bernhard Lang in Zusammenarbeit mit dem Dudelsack-Spieler Erwan Keravec und eine Kantate für Vokalensemble und Kammerorchester von Pierre-Yves Macé. Das Stück L’Ailleurs de l’autre, entstanden in Zusammenarbeit mit der Musiktheatergruppe La Cage, war an mehreren Orten in Frankreich und Deutschland zu sehen. Gemeinsam mit dem Regisseur Benjamin Lazar beschäftigten sich Les Cris de Paris zudem mit italienischen Madrigalen; ihre Produktion Heptaméron - Récits de la chambre obscure ging im Frühjahr auf Tournee.

Als Uraufführung stand zudem ein neues Werk von Jérôme Combier auf der Agenda, das die Ausrufe verarbeitet, die man im Großstadtklang hören kann – ein direkter Bezug auf den Namen des Ensembles: Als Cris de Paris bezeichnet man die einst für die französische Metropole typischen traditionellen Kauf- und Straßenrufe, mit denen Waren und Dienstleistungen angepriesen wurden und die einem spezifischen Reglement unterlagen. Musikalisch wurden solche Rufe in verschiedenen Epochen aufgegriffen: den Cries of London beispielsweise widmete sich Luciano Berio in den 70er Jahren ebenso wie gut 350 Jahre zuvor der Renaissancekomponist Orlando Gibbons. Geoffroy Jourdain wählte den Namen 1998, als er, damals noch Student der Musikwissenschaft, das Vokalensemble gründete.

Im Herbst erschien auf dem Label Harmonia Mundi das Album Melancholia, das wenig bekannte Werke des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts aus Italien und England vorstellt. Es reiht sich ein in eine Diskographie, die unter anderem die mit einem Diapason d’Or ausgezeichnete Ersteinspielung von Théodore Dubois‘ Oratorium Le Paradis perdu, eine vielfach preisgekrönte Aufnahme von Schumanns Missa Sacra sowie eine CD mit neuen Chorwerken von Francesco Filidei, Marco Stroppa, Luca Francesconi und Mauro Lanza umfasst.

Element downloaden
zum Beitrag zum Beitrag