Müllerin Splitter

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Muellerin Splitter_CR_Dietrich Henschel

Zum Inhalt

Die schöne Müllerin ist ein Stück über das sexuelle Erwachen. Ein junger Mann begibt sich auf Wanderung, an einem Bach entlang führt ihn sein Weg zu einer Mühle, in der er sich, angezogen von der dort lebenden Müllerstochter, als Arbeiter verdingt. Hier im sozialen Umfeld der Handwerksgesellen macht er die Erfahrungen des Heranwachsens. Die erwachenden Liebesgefühle für das Mädchen verwirren ihn; im Gespräch mit dem Bach versucht er, sie zu verarbeiten. Die direkte Kommunikation mit der schönen Müllerin scheitert an jugendlicher Befangenheit; offensichtlich spielen die unterschiedlichen Geschwindigkeiten innerhalb der Adoleszenz der beiden eine Rolle für dieses Scheitern. Im weiteren Verlauf der Geschichte ergibt sich eine Konkurrenzsituation, in der der junge Mann erleben muss, dass ein reiferer, stärkerer Mann die Aufmerksamkeit der jungen Frau auf sich zieht. Er durchlebt verschiedene Stadien von Wut, Eifersucht, Verzweiflung und Lethargie, bevor er am Ende des Stückes Ruhe findet durch Verschmelzung mit dem Bach, der von Beginn des Stückes an sein Begleiter und Freund war.

Wilhelm Müllers Gedichtfolge erzählt Die Schöne Müllerin aus der Ich-Perspektive des jungen Mannes. Zentrales Element dieser Schilderung ist die Verwendung von Symbolen unterschiedlicher Art. Der Bach als durchs Leben geleitender Freund, die Mühle als symbolischer Schauplatz der Heranreifung, Farben als Indikatoren von Emotionen, Gegenstände, die als Signale gedeutet werden: die Geschichte lebt von der Überhöhung des Geschehens durch den Blickwinkel jugendlicher Phantasie; die dabei verwendete Symbolik ist die des 19. Jahrhunderts.

Ist auch dein ganzer Liebster weiss, soll Grün doch haben seinen Preis.

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Konzept

In unserem Theaterstück stellen wir die Handlung objektiviert dar, zur gesungenen Erzählung der Geschichte aus der Distanz des reifen Mannes zeigt die Bühne das Geschehen, das sich zwischen den zentralen Figuren abspielt: Dem Jungen Mann und der Jungen Frau, sowie dem personalisierten Bach. Dabei ist die Perspektive der jungen Frau - der Schönen Müllerin - der handlungsbestimmende rote Faden für die Choreographie.

Die Symbolik der Romantik wird in ein mehr oder weniger abstraktes Heute übertragen. Wir zeigen eine moderne Entsprechung zu Schauplatz, sozialem Umfeld und zur gesellschaftlichen Einordnung der Figuren. Das Erwachsenwerden junger Menschen heute wird in der gesungenen Erzählung über die Gefühlswelt von Heranwachsenden aus dem 19. Jahrhundert gespiegelt. Dabei wird auch die aktuelle gesellschaftliche Debatte über Rollenbilder, sexuelle Selbstbestimmtheit und -verwirklichung berührt.

Die im Liedzyklus linear erzählte Geschichte wird aufgesplittert und um einige zusätzliche musikalische Nummern ergänzt, in denen Das Männliche und Das Weibliche aufeinander treffen und sich gegenseitig wie in einem Spiegel betrachten. Im Aufeinanderprallen von Entsprechungen und Gegensätzen entsteht ein Bild aus „Spiegelscherben“; mithilfe des Baches, der als Begleiter und Ratgeber von Beginn des Stückes an am Geschehen beteiligt ist wird es zu einem Mosaik ihrer Psyche zusammengesetzt.

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Besetzung

Choreographie: Zaida Ballesteros Parejo
3 Tänzer: Der junge Mann, der Bach, die junge Frau
Gesang: Dietrich Henschel (der Erzähler)
Percussion: Philipp Lamprecht (der Jäger)
Akkordeon: Phillippe Thuriot
 

Als Tänzerin arbeitete Zaida Ballesteros Pajero mit Choreographen und Theatermachern wie Marco Santi, Andrea Boll, Yossy Berg and Oded Graf, Linda Kapetanea and Jozef Fruzek, Philipp Egli,  Anton Lachky, Melissa King, Toula Limnaos, Vera Sanders, Luc Dunberry, Iztok Kovac, Constanza Macras.

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