In unserem Theaterstück stellen wir die Handlung objektiviert dar, zur gesungenen Erzählung der Geschichte aus der Distanz des reifen Mannes zeigt die Bühne das Geschehen, das sich zwischen den zentralen Figuren abspielt: Dem Jungen Mann und der Jungen Frau, sowie dem personalisierten Bach. Dabei ist die Perspektive der jungen Frau - der Schönen Müllerin - der handlungsbestimmende rote Faden für die Choreographie.

Die Symbolik der Romantik wird in ein mehr oder weniger abstraktes Heute übertragen. Wir zeigen eine moderne Entsprechung zu Schauplatz, sozialem Umfeld und zur gesellschaftlichen Einordnung der Figuren. Das Erwachsenwerden junger Menschen heute wird in der gesungenen Erzählung über die Gefühlswelt von Heranwachsenden aus dem 19. Jahrhundert gespiegelt. Dabei wird auch die aktuelle gesellschaftliche Debatte über Rollenbilder, sexuelle Selbstbestimmtheit und -verwirklichung berührt.

Die im Liedzyklus linear erzählte Geschichte wird aufgesplittert und um einige zusätzliche musikalische Nummern ergänzt, in denen Das Männliche und Das Weibliche aufeinander treffen und sich gegenseitig wie in einem Spiegel betrachten. Im Aufeinanderprallen von Entsprechungen und Gegensätzen entsteht ein Bild aus „Spiegelscherben“; mithilfe des Baches, der als Begleiter und Ratgeber von Beginn des Stückes an am Geschehen beteiligt ist wird es zu einem Mosaik ihrer Psyche zusammengesetzt.