Neben seiner verdienstvollen Befreiung des Klangs aus dem Diktat der klassischen Tonalität suchte Schönberg auch nach Herausforderungen u.a. im Reiche der Malerei und der Welt des Varietees. Eine ausgesuchte Sammlung seiner Lieder für die leichte Muse kommt nun zur Aufführung in einem Reigen "klingender Bilder". Hierfür treffen eine Sängerin und fünf Musiker vor einer großen Leinwand auf einen kleinen Maler:

Zu jeder Szene der verschiedenen Lieder sucht er auf seiner Malfläche nach neuen Ausdrucksformen, die direkt und von vorne auf die große Leinwand projiziert werden. So entstehen mit dem Gesang immer neue Bilder, die auch alle Ausführenden zu eigenen bildnerischen Elementen im Gemälde machen. Die Malerei integriert die Musik und die Musiker in ihr Spiel mit Farben und Formen, Linien und Flächen, Hellem und Dunklem, Abstraktem und Konkretem. Mit den somnambulen Versen des Otto Erich Hartleben versinkt die Sängerin in eine morbide Phantasiewelt des mondtrunkenen Pierrots, der zerrissen zwischen Selbstironie und Suche nach neuer geistiger Heimat durch seine grotesken und surrealen Träume taumelt. Doch wenn der melancholische Clown ins tiefe Selbstmitleid zu stürzen droht, schützen ihn grober Pinsel oder zarte Linie vor dem Absturz ins nachtschwarze Pathos. Ein malerisch-musikalisches Abenteuer.

Arnold Schönberg - Brettl-Lieder  (arrangiert für kleines Ensemble von Markus Maria Reißenberger)
Erich Wolfgang Korngold -  Suite op. 23
Arnold Schönberg - Pierrot Lunaire op. 21

Es singt Salome Kammer
Es malt Joachim Torbahn
Es musiziert das ensembleKontraste