RESMUSICA, 05.09.2015, Jean-Luc Clairet
Das Ganze wird von einem perfekt nuancierten Spiel zusammengehalten, das sich zwischen Autorität und Meditation bewegt. An seinem offenen Steinway dem Publikum mit dem Rücken zugewandt, glücklich wie ein Kind angesichts der Möglichkeiten seines Spielzeugs, ein wohlwollender Schöpfer, schwebt François-Frédéric Guy gekonnt zwischen Klavier und Dirigierpult. (…) Seine Unermüdlichkeit und sein fast intimes Verständnis der Absichten des Komponisten verwandeln die bloße Aufführung in eine außergewöhnliche Reise durch die beethovensche Gedankenwelt.

LE MONDE, 31.08.2015, Pierre Gervasoni
Sobald er am Klavier sitzt scheint er mit dem Ensemble, das ihn in diesem von Meisterhand geführten Abenteuer begleitet, zu verschmelzen. (…) Jubelndes Publikum. (…) Auf bewundernswerte Weise bewegt sich François-Frédéric Guy in diesem äußerst erneuernden Repertoire und bedient gekonnt eine Musik, die sich selbst immer wieder übertrifft.

LE DAUPHINÉ LIBÉRÉ, 29.08.2015, Jean-Luc Coppi
François-Frédéric Guy ließ seiner Feinfühligkeit und Virtuosität freien Lauf und schenkte den gefesselten Zuhörern eine großzügige und strahlende Interpretation der Klavierkonzerte. (…) Wohlverdienter Beifall krönte die gelungene Darbietung des begnadeten Pianisten und sein ehrgeiziges „Beethoven Project“.


LES AFFICHES D’ALSACE ET DE LORRAINE, 20.02.2015, Suzanne Pierron, zum Konzert mit dem Orchestre Philharmonique du Luxembourg unter der Leitung von M. Nesterowicz
Und der Pianist setzte ein, mit eleganten, leichten und flinken Arabesken; die beiden Themen [von Beethovens 1. Klavierkonzert], die das Orchester vorstellte, entfalteten sich in zarten, raffinierten oder strahlenden Nuancen. Eine lange, harmonisch und künstlerisch beeindruckende Kadenz des Pianisten brachte das Publikum zum Staunen. Das Largo des Klaviers, auf welches das Orchester mit größter Ruhe antwortete, erklang wie ein sanftes Lied, in dem der Pianist seine Sensibilität in ihrer ganzen Raffinesse ausdrücken konnte.

BACHTRACK.COM, 10.11.2014, Frances Wilson
Hin und wieder stößt man auf einen Künstler, der so eins mit der Musik zu sein scheint, dass man fast meinen könnte, den Komponisten über seine Schulter hinweg sagen zu hören: „Ja, das ist es, was ich meinte”. Dies war der Effekt bei der Aufführung von Beethovens letzter Klaviersonate, dem Op. 111, durch den französischen Pianisten François-Frédéric Guy in der Londoner Wigmore Hall am Freitagabend: Ein Spiel voller Verständnis und emotionaler Intensität, das aus einer langen Verbundenheit und Bewunderung für den Komponisten und seine Musik herrührt.

BADISCHE ZEITUNG, 06.05.2014, Johannes Adam
Ein Franzose spielt Beethoven – und er kann es. Es gibt bei diesem Komponisten keine Ausdrucksebene, die seinem aktuellen Exegeten nicht vertraut wäre. Wohin man auch hörte: Man vernahm Tiefschürfendes. Guy ist ein werkdienlicher Musiker, der Spannung aufzubauen und über weite Distanzen zu halten vermag. Der in der E-Dur-Sonate op. 109 Emotion und Verinnerlichung organisch zu verbinden weiß. Der beim ungemein zart vorgetragenen Variationenthema den Faktor Zeit zum Wohl der Musik außer Kraft setzt. Deutlichkeit, Farben und Struktur sind diesem Tastenkünstler ein hohes Gut.

LE MONDE, 08.2013, Marie-Aude Roux
François-Frédéric Guys Talent enthüllt sich darin, dass er das gesamte Repertoire Beethovens beherrscht. Seine Herangehensweise an das Werk ist global und visionär.

BBC MUSIC MAGAZINE, August 2013, Misha Donat, zun den Aufnahmen der Beethoven-Sonaten für Zig-Zag Territoires
Diese neue Live-Aufnahme [der Hammerklaviersonate] ist vom Anfang bis zum Ende eine fesselnde Erfahrung. Diese Sonate ist als einzige von Beethoven mit originalen Metronomangaben versehen und auch wenn Guy am Beginn das Tempo etwas langsamer wählt als angegeben, so besitzt seine Interpretation doch all die Energie und den Schwung, den diese Musik verlangt. Der großartige langsame Satz ist etwas fließender gestaltet als in Guys früherer Einspielung, aber er fängt die tiefe Melancholie der Musik nicht weniger bewegend ein. Die Schlussfuge ist eine Tour de force, die den Hörern die Haare zu Berge stehen lässt.

DIAPASON, 03.2013, Etienne Moreau
Aber das Beste an dieser CD-Box ist die Trilogie der letzten Sonaten, die er mit einer erstaunlichen Sicherheit vollbringt. Rigoroses Denken, genaue Ideen, ein Sinn für den Aufbau, Beherrschung der Klangfülle und die Melodieführung – er nähert sich oft dem Ideal an. Arietta und Variationen des opus 111, Ziel der Reise, zugleich Weltuntergang und Beginn des Universums, zeichnen sich durch ihre erstaunliche Vollkommenheit aus. An diesem Punkt wird deutlich, dass das Ergebnis François-Frédéric Guys Arbeit, seiner Geduld und seiner Liebe für Beethoven eine der überzeugendsten Gesamtaufnahmen der letzten Jahre ist.

GRAMOPHONE, 10.2012, Harriet Smith
Es ist Beethoven der Meister-Dramatiker, der am deutlichsten zum Ausdruck kommt, besonders fesselnd im gewaltigen Schlusssatz der Appassionata, im Adagio des Sturm, das er mit unerschrockener Intensität erfüllt, und in der Eröffnung der Waldstein (…) Guys Herangehensweise ist erfrischend in ihrer Direktheit und Offenheit und in seinen besten Momenten ist er ein hochgradig überzeugender Beethovenianer.

THE WASHINGTON POST, 4/11/2009, Anne Midgette, zum kompletten Zyklus der Beethoven-Sonaten am Institut Français in Washington
Man kann sich der Kraft und Souveränität von Guys Interpretation nicht entziehen. Das gilt insbesondere für die letzte Sonate, mit ihrem Aufstieg in himmlische, schmerzende Höhen über dem berühmten langen Triller gegen Ende des Schlusssatzes. Statt diese Musik zurück auf die Erde zu holen, wie es einige Interpreten tun, lässt Guy den letzten Takten ihren transzendenten Charakter, bis sich schließlich alles in Luft auflöste: Ein Augenblick und die glänzende Oberfläche war verschwunden.

RONDO MAGAZIN, 19/09/2008, Jürgen Otten, zur Aufnahme der Klavierkonzerten Beethovens bei Naïve Classique
Schon im C-Dur-Konzert fällt neben einer Fülle an Klangfarben, an gestalterischen Ideen vor allem die Variabilität der Interpretation in Sachen Ausdruck und Artikulation, kurz: die Eigenwilligkeit, ins Gewicht – so als wolle Guy Beethoven für die Klassik und die Romantik reklamieren. (…) So energisch und resolut geht er [François-Frédéric Guy] das Allegro des Es-Dur-Konzerts an, dass man um Napoleons Seele noch posthum fürchten muss und um eine jede Mauer, die der Imperialist zwischen sich und der Freiheit errichtet hat. Guy reißt mit Beethoven’scher Wucht den Betonwall einfach nieder (...). Und so dürfen wir uns zurücklehnen und mitten im Getümmel genießen: dieses Glühen, diese Schönheit. Chapeau! Jürgen Otten

LE FIGARO, April 2008, Christian Merlin, zum kompletten Zyklus der Beethoven-Sonaten beim Festival Printemps des Arts in Monte-Carlo
Eher Künstler als Athlet. Er hat’s vollbracht! F.F. Guy hat sein tollkühnes Vorhaben zu Ende gebracht. Als das Publikum des Opéra de Monte-Carlo, völlig perplex, nach dem letzten Konzert F.F. Guy Standing Ovations gab, war deutlich zu spüren, dass es einen Künstler und nicht einen Athleten beklatschte. Diese Konzerte zeugen von einer Vision, und daran werden wir uns erinnern. Wenige Pianisten sind heute dazu fähig, in Ihrem Spiel so vielseitig und -schichtig zu sein, ohne die Implosion zu wagen.