Als ein großer Interpret sieht Christoph Prégardien das Werk zuerst, dann sich selbst.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nina Schröder, 20.01.2017


Es war seine 101. Aufführung [der „Winterreise“]. Und an keiner Stelle glättete auch nur ein Anflug von Routine die enorme Ausdruckskraft, die Prégardien in jede einzelne Liedzeile legte. Man könnte eine ganze Liste an Adjektiven für all die Ausdrucksnuancen des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit erstellen, die Prégardien tatsächlich alle zu musikalischem Leben erweckte. Wütend, enttäuscht, vorwurfsvoll, rastlos, todesverliebt, nostalgisch und klagend wären nur einige davon. Und wenn Prégardien hinterher sagt, dass man beim Singen der "Winterreise" in einen Sog gerate, aus dem man manchmal gar nicht so schnell wieder herausfinde, dann weiß man, dass das nicht bloß leeres Gerede ist.
Südkurier, Elisabeth Schwind, 16.5.2016


Nur zwei Zeilen lang ist Christoph Prégardien Belsatzar, für den Rest der Schauergeschichte hat ihm Heinrich Heine die Erzählerrolle zugewiesen. Doch diese zwei Zeilen haben es in sich. Wenn Prégardien sein „Jehova, dir künd ich auf ewig Hohn“ in den Mozart-Saal schmettert, erreicht er durch die Ausdrucksintensität, die er Schumanns gewaltigen Noten verleiht, einen Grad an Gotteslästerung, der manche viel diskutierte Karikatur recht harmlos wirken lässt. Einen irren Blick schickt er hinterher, taumelt fast und nimmt durch seine Körpersprache schon das Kippen der Situation vorweg. Ein starker Moment, ein Lehrstück in Wahrhaftigkeit.
Die Presse, Helmar Dumbs, 5.5.2016


Prégardien ist vor wenigen Wochen 60 Jahre alt geworden, doch Alterserscheinungen weist die Stimme des Tenors nicht auf. Aufgrund seiner überlegenen und ausgeglichenen Technik besitzt er nach wie vor das ganze Ausdrucksspektrum, das ihn zu der Größe gemacht hat, die er heute ist. Das Timbre ist immer noch fein, der Kopfklang lässt feinste Schattierungen zu. (…) Die Bögen der lyrischen Lieder (,Tiefes Leid') sind Legato pur. Dass man jedes Wort versteht, ist bei diesem Sänger nach wie vor eine Selbstverständlichkeit.
Fono Forum, Johannes Schmitz, Februar 2016 zu 'Poetisches Tagebuch'
 

Lichteinfall und Schattenwurf, die kurze Hoffnung auf Glück und das lange Zweifeln, das dünne Eis, auf dem die Liebe wandelt und der bodenlose Abgrund darunter: Prégardiens Romantik ist intensiv, unmittelbar und in jedem Moment dringlich, sie verschlägt einem den Atem.
Deutschlandfunk, Raoul Mörchen, 12.12.2014

Prégardien versteht es, alle Elemente seiner Kunst, das Timbre der Stimme, die Dynamik, die Aussprache und die Mimik, auf den musikalischen Gegenstand auszurichten. Wenn im Lied «Frühlingstraum» die Eisblumen am Fenster den Wanderer an das vergangene Glück seiner Liebe erinnern, dann steht «der Träumer, der Blumen im Winter sah» leibhaftig vor dem Publikum.
Neue Zürcher Zeitung, Thomas Schacher, 17.7.2014

Dass Prégardien zu den größten Liedinterpreten der Gegenwart gehört, steht außer Frage.
NDR Kultur, Marcus Stäbler, 10.4.2013