Prégardien ist vor wenigen Wochen 60 Jahre alt geworden, doch Alterserscheinungen weist die Stimme des Tenors nicht auf. Aufgrund seiner überlegenen und ausgeglichenen Technik besitzt er nach wie vor das ganze Ausdrucksspektrum, das ihn zu der Größe gemacht hat, die er heute ist. Das Timbre ist immer noch fein, der Kopfklang lässt feinste Schattierungen zu. (…) Die Bögen der lyrischen Lieder (,Tiefes Leid') sind Legato pur. Dass man jedes Wort versteht, ist bei diesem Sänger nach wie vor eine Selbstverständlichkeit.
Fono Forum, Johannes Schmitz, Februar 2016 zu 'Poetisches Tagebuch'

Dem Tenor Christoph Prégardien sind Franz Schuberts Lieder der „Winterreise“ seit vielen Jahren treue Begleiter. Es handelt sich freilich um Weggefährten, die jedem sensiblen Menschen, der mit ihnen in Berührung kommt, die Tränen in die Augen schießen lassen. Nachdem der Sänger im ausverkauften Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses das letzte Lied, den „Leiermann“, vorgetragen hatte, herrschte für einen langen Zeitraum beredte Stille. Man wagte nicht zu atmen. Erst als der Pianist Roger Vignoles langsam, aber demonstrativ die auf dem Pult stehenden Noten zuklappte, brach sich der Applaus Bahn. (...) Prégardien bringt die Lieder so nahe, weil er als lyrischer Tenor nicht nur die kantablen Melodien wunderbar zu gestalten weiß, sondern immer wieder auch der existenziellen Not in ihnen Ausdruck verleiht, was mitunter sehr eng beieinander liegen kann – im berühmten „Lindenbaum“ etwa. Ergreifend gestaltet er aber auch die von Verzweiflung getragene Hoffnung in „Die Post“.
General Anzeiger Bonn, Bernhard Hartmann, 29.1.2016

(...) Prégardiens Aufführung war eine Offenbarung, seine Diktion so makellos und die Aufmerksamkeit für jedes Detail derart, dass das Publikum förmlich an seinen Lippen hing. Mahlers vier Lieder eines fahrenden Gesellen, oftmals als Ausdruck jugendlichen Selbstmitleids dargeboten, wurden zu einem wahrhaft dramatischen Szenario, die Tragödie absolut überzeugend. (…) Dies war Liedgesang auf höchstem Niveau.
The Guardian, Andrew Clements, 2.12.2015

Lichteinfall und Schattenwurf, die kurze Hoffnung auf Glück und das lange Zweifeln, das dünne Eis, auf dem die Liebe wandelt und der bodenlose Abgrund darunter: Prégardiens Romantik ist intensiv, unmittelbar und in jedem Moment dringlich, sie verschlägt einem den Atem.
Deutschlandfunk, Raoul Mörchen, 12.12.2014

Prégardien versteht es, alle Elemente seiner Kunst, das Timbre der Stimme, die Dynamik, die Aussprache und die Mimik, auf den musikalischen Gegenstand auszurichten. Wenn im Lied «Frühlingstraum» die Eisblumen am Fenster den Wanderer an das vergangene Glück seiner Liebe erinnern, dann steht «der Träumer, der Blumen im Winter sah» leibhaftig vor dem Publikum.
Neue Zürcher Zeitung, Thomas Schacher, 17.7.2014

Dass Prégardien zu den größten Liedinterpreten der Gegenwart gehört, steht außer Frage.
NDR Kultur, Marcus Stäbler, 10.4.2013