Da verbinden sich Flöte, Oboe, Horn, Fagott, Klarinette, Bassklarinette, Akkordeon und der unprätentiöse, klare, warme Gesang Prégardiens auf fabelhafte Weise. (…) Manch ein Musikfreund entdeckt bei dieser Besetzung tonmalerische Raffinessen Schuberts, die ihm in der Klavierfassung entgangen sind: Sturmheulen und Wetterfahnengeflatter, Krähenkrächzen und in den Schnee getüpfelte Blätter, Posthornsignal, Hundekettenrasseln, Choralgesang einer Trauergemeinde, Leierkastenimitation. Noch eines bewirkt die Besetzung mit Bläsern und Akkordeon: Sie gibt der „Winterreise” unverkennbar eine volkstümlichere Färbung, als man es von Sologesang mit Klavier gewohnt ist. Ein ungewöhnlicher, aber spannender und genussreicher Einstieg in RheinVokal 2017.
Rhein-Hunsrück-Zeitung, Andreas Pecht, 3.7.2017, zur "Winterreise" mit dem Ma'alot Quintet

Christoph Prégardien ist nach wie vor bei mühelos ansprechender Stimme ein unerreicht packend deklamierender Liedsänger. Er zieht an diesem Abend die Summe aus Jahrzehnten von Liedgesang auf höchstem Niveau. Ein Wunder an Gestaltungskraft war Franz Schuberts „Im Frühling“: mit größter Delikatesse vorgetragen und ganz vorn im Ranking dieses reichhaltigen Abends.
Neumarkter Nachrichten, Uwe Mitsching, 9.5.2017

Als ein großer Interpret sieht Christoph Prégardien das Werk zuerst, dann sich selbst.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Nina Schröder, 20.01.2017

Es war seine 101. Aufführung [der „Winterreise“]. Und an keiner Stelle glättete auch nur ein Anflug von Routine die enorme Ausdruckskraft, die Prégardien in jede einzelne Liedzeile legte. Man könnte eine ganze Liste an Adjektiven für all die Ausdrucksnuancen des Schmerzes und der Hoffnungslosigkeit erstellen, die Prégardien tatsächlich alle zu musikalischem Leben erweckte. Wütend, enttäuscht, vorwurfsvoll, rastlos, todesverliebt, nostalgisch und klagend wären nur einige davon. Und wenn Prégardien hinterher sagt, dass man beim Singen der "Winterreise" in einen Sog gerate, aus dem man manchmal gar nicht so schnell wieder herausfinde, dann weiß man, dass das nicht bloß leeres Gerede ist.
Südkurier, Elisabeth Schwind, 16.5.2016

Nur zwei Zeilen lang ist Christoph Prégardien Belsatzar, für den Rest der Schauergeschichte hat ihm Heinrich Heine die Erzählerrolle zugewiesen. Doch diese zwei Zeilen haben es in sich. Wenn Prégardien sein „Jehova, dir künd ich auf ewig Hohn“ in den Mozart-Saal schmettert, erreicht er durch die Ausdrucksintensität, die er Schumanns gewaltigen Noten verleiht, einen Grad an Gotteslästerung, der manche viel diskutierte Karikatur recht harmlos wirken lässt. Einen irren Blick schickt er hinterher, taumelt fast und nimmt durch seine Körpersprache schon das Kippen der Situation vorweg. Ein starker Moment, ein Lehrstück in Wahrhaftigkeit.
Die Presse, Helmar Dumbs, 5.5.2016

Prégardien ist vor wenigen Wochen 60 Jahre alt geworden, doch Alterserscheinungen weist die Stimme des Tenors nicht auf. Aufgrund seiner überlegenen und ausgeglichenen Technik besitzt er nach wie vor das ganze Ausdrucksspektrum, das ihn zu der Größe gemacht hat, die er heute ist. Das Timbre ist immer noch fein, der Kopfklang lässt feinste Schattierungen zu. (…) Die Bögen der lyrischen Lieder (,Tiefes Leid') sind Legato pur. Dass man jedes Wort versteht, ist bei diesem Sänger nach wie vor eine Selbstverständlichkeit.
Fono Forum, Johannes Schmitz, Februar 2016 zu 'Poetisches Tagebuch'

Lichteinfall und Schattenwurf, die kurze Hoffnung auf Glück und das lange Zweifeln, das dünne Eis, auf dem die Liebe wandelt und der bodenlose Abgrund darunter: Prégardiens Romantik ist intensiv, unmittelbar und in jedem Moment dringlich, sie verschlägt einem den Atem.
Deutschlandfunk, Raoul Mörchen, 12.12.2014

Prégardien versteht es, alle Elemente seiner Kunst, das Timbre der Stimme, die Dynamik, die Aussprache und die Mimik, auf den musikalischen Gegenstand auszurichten. Wenn im Lied «Frühlingstraum» die Eisblumen am Fenster den Wanderer an das vergangene Glück seiner Liebe erinnern, dann steht «der Träumer, der Blumen im Winter sah» leibhaftig vor dem Publikum.
Neue Zürcher Zeitung, Thomas Schacher, 17.7.2014

Dass Prégardien zu den größten Liedinterpreten der Gegenwart gehört, steht außer Frage.
NDR Kultur, Marcus Stäbler, 10.4.2013