Ryoko Aoki hat im Bereich des Noh-Theaters als weibliche Sängerin und Darstellerin eine einzigartige Position inne: Sie wirkt nicht nur bei Aufführungen traditionell männlichen Darstellern vorbehaltener Noh-Werke mit, sondern ist auch eine Pionierin künstlerischer Formen, die Noh mit zeitgenössischer Musik kombinieren. Mehr als 50 Werke wurden bereits für sie geschrieben, unter anderem von Peter Eötvös, Toshio Hosokawa, Stefano Gervasoni, José María Sánchez-Verdú und Oliver Schneller.
Die Sängerin und Darstellerin zeigte ihre Kunst unter anderem in Tokio, Kyoto, Long Beach, Paris, Rom, London, Dublin, Bilbao, Budapest, Berlin, München, Köln und Karlsruhe. Bei der Aichi Triennale 2016 wurde sie als Schwerpunktkünstlerin präsentiert; daneben war sie zu Gast bei Festivals wie den Asia-Pacific Wochen Berlin, dem Bartók Festival Szombathely, dem Xenakis Festival in New York und dem Takefu International Music Festival und arbeitete mit Ensembles und Orchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Arditti Quartet, dem Quatuor Diotima und dem Münchener Kammerorchester.
2013 gab Ryoko Aoki ihr Debüt am Teatro Real Madrid in Wolfgang Rihms Oper Die Eroberung von Mexico in der Rolle der Malinche unter der Regie von Pierre Audi. Der Uraufführung von Noriko Babas „Nopera" AOI mit dem Ensemble 2e2m im Jahr 2016 in Paris folgten in der Saison 2017/18 zwei eigens für sie komponierte Werke: Federico Gardellas Two Souls am Teatro del Maggio Musicale Fiorentino sowie Toshio Hosokawas Futari Shizuka (The Maiden from the Sea) mit dem Ensemble intercontemporain an der Philharmonie de Paris und der Kölner Philharmonie. Weitere Aufführungen des Werkes waren an der University of Toronto, beim TTIMF Festival in Tongyeong/Korea, mit dem Talea Ensemble in New York sowie beim Suntory Hall Summer Festival 2021.
Peter Eötvös‘ Secret kiss, uraufgeführt vom Gageego Ensemble, performte sie am Konserthus Göteborg, gefolgt von Aufführungen am Tokyo Bunka Kaikan, an der Casa da Música Porto mit dem Remix Ensemble und am Auditorio Nacional Madrid mit dem Plural Ensemble. Mit dem Ensemble Musikfabrik war sie weiterhin in Berlin, Köln und Budapest zu erleben.
Zu den Höhepunkten der kommenden Saison zählen unter anderem die Uraufführung von ZELLE mit LOD muziektheater, unter der Regie von Jamie Man, sowie José María Sánchez-Verdús neues Werk Hazia la Luz (sobre el poema de Parménides), das im Februar 2022 in Madrid uraufgeführt wird.
Als Teil ihres NohxContemporary Musikprojektes hat Ryoko Aoki eine Serie von neuen Werken für Noh-Sängerin in Auftrag gegeben. Eine Aufnahme einiger dieser Kompositionen, darunter Peter Eötvös’ Harakiri, erschien 2014. Als Workshopleiterin hat sie mit der Tanzcompagnie Sasha Waltz and Guests zusammengearbeitet.
Ryoko Aoki studierte Musik an der Tokyo National University of Fine Art and Music und spezialisierte sich auf die Kanze-Schule des Noh-Theater; an der University of London erwarb sie ihren Doktortitel mit der Arbeit „Women and Noh". 2015 wurde sie vom Bunka-chō, dem japanischen Amt für kulturelle Angelegenheiten, zur japanischen Kulturbotschafterin ernannt.
Saison 2020/21
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