Eine „Séance zwischen Nick Cave und Franz Schubert“ halten das Ensemble Resonanz und Schauspieler Charly Hübner ab, wenn sie die Winterreise mit Hilfe von Songs des australischen Rockpoeten neu interpretieren. Ausgangspunkt für den Tauchgang in menschliche Abgründe ist Caves gleichnamiges Stück, das den Gedankenstrom eines Mannes kurz vor seiner Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl verarbeitet.
Mercy Seat
Schuberts Winterreise mit Charly Hübner und dem Ensemble Resonanz

Konzept
„Franz Schubert und Nick Cave. Die Winterreise, Gipfel der abendländischen Liedkunst, und die auf paradoxe Weise sensible Punk-Attitüde von Nick Cave. Wie geht das zusammen? Fantastisch!"
Deutschlandfunk Kultur, Oktober 2020
Im Interview mit dem VAN-Magazin schildert Charly Hübner die Grundfrage des Songs: „Bin ich bereit zu sterben, weil ich böse bin – oder sterbe ich unschuldig, weil ich mich für gut halte?“ Am Ende des Songs löse sich diese Unterscheidung auf – das Böse zeige sich auch in der vermeintlich guten Seite und eröffne die Möglichkeit für ein Gedankenspiel. „Was wäre, wenn dieser junge Mann in Schuberts Winterreise, der aus seinem Dorfe weggeht, dort, wo er den Wegweiser entdeckt, sich für eine Tat entscheidet, nämlich für die, die ihm Befriedigung verschafft?“
Nicht nur Charly Hübner findet mit seiner im klassischen Gesang ungeschulten Stimme klanglich einen ganz eigenen Zugang zu Schuberts Musik – auch das Ensemble Resonanz sucht für das Stück nach neuen Wegen, die Musik von Schubert und Cave ineinanderfließen zu lassen. Komponist Tobias Schwencke lieferte dafür Arrangements, die ein hochkarätig besetztes Jazztrio mit Kalle Kalima an der Gitarre, Carlos Bica am Kontrabass und Max Andrzejewski am Schlagzeug einbeziehen.
Verfügbare Perioden
Frühjahr 2024 - Details auf Anfrage
Mitwirkende
Ensemble Resonanz
Mit seiner außergewöhnlichen Spielfreude und künstlerischen Qualität zählt das Ensemble Resonanz zu den führenden Kammerorchestern weltweit. Die Programmideen der Musikerinnen setzen alte und neue Musik in lebendige Zusammenhänge und sorgen für Resonanz zwischen den Werken, dem Publikum und Geschichten, die rund um die Programme entstehen.
Das 18-köpfige Streichorchester ist demokratisch organisiert und arbeitet ohne festen Dirigenten, holt sich aber immer wieder künstlerische Partnerinnen an Bord. Seit Sommer 2018 ist mit dem Geiger und Dirigenten Riccardo Minasi ein langjähriger Freund Artist in Residence des Ensembles, mit dem bereits zahlreiche Konzert- und CD-Projekte realisiert wurden. Enge Verbindungen ging das Ensemble zuvor mit Partnern wie der Bratschistin Tabea Zimmermann, der Geigerin Isabelle Faust, dem Cellisten Jean-Guihen Queyras oder dem Dirigenten Emilio Pomàrico ein. Auch die Zusammenarbeit mit Komponistinnen und die Entwicklung eines neuen Repertoires sind ein treibender Motor der künstlerischen Arbeit.
In Hamburg bespielt das Ensemble Resonanz mit der Elbphilharmonie und dem resonanzraum St. Pauli zwei besondere und unterschiedliche Spielorte. Die Residenz an der Elbphilharmonie beinhaltet die Konzertreihe resonanzen, die in der 19. Saison für Furore sorgt. Aber auch mit Kinderkonzerten sowie im Rahmen diverser Festivals gestaltet das Ensemble die Programmatik des neuen Konzerthauses entscheidend mit und setzt Akzente für eine lebendige Präsentation klassischer und zeitgenössischer Musik.
Der resonanzraum im Hochbunker auf St. Pauli, der europaweit erste Kammermusik-Club, ist die Heimat des Ensemble Resonanz. Hier laden die Musiker monatlich zu der Konzertreihe urban string, die von den Ensemble-Mitgliedern gestaltet und im Dialog mit der Musik internationaler DJ-Künstlerinnen präsentiert wird. Aber auch die an die Konzerte angedockten ankerangebote, die das Publikum zu neuen Erfahrungsräumen rund um die Programme laden, finden zum großen Teil hier statt: von werkstätten über hörstunden bis zu den Philosophie-Gesprächen im bunkersalon. Der resonanzraum wurde 2017 für sein innovatives Programm zum Hamburger Musikclub des Jahres gewählt, zudem erhielt er verschiedene Architektur-Preise wie den AIT-Award oder den Publikumspreis des BDA. Die Reihe urban string wurde 2016 mit dem Innovation Award der Classical Next ausgezeichnet.
Ausgehend von Hamburg gastieren die Musikerinnen auf diversen Festivals und an den führenden Konzerthäusern weltweit und lassen von Wien über Amsterdam bis Tokio, Hanoi und Bangkok ein begeistertes Publikum zurück.
Charly Hübner
Charly Hübner war nach seiner Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch bis 2003 ausschließlich am Theater zu sehen, am Schauspiel Frankfurt am Main, am Theater am Turm Frankfurt sowie mit einem Gast-Engagement an der Schaubühne in Berlin. 1996 erhielt er den Friedrich-Luft-Preis für die Inszenierung „Weihnachten bei Iwanows“ sowie den Darstellerpreis vom Treffen der Schauspielschulen in Chemnitz. 2003 begann seine Fernsehkarriere mit Rollen u. a. in „Wenn Weihnachten wahr wird“. Im gleichen Jahr folgte sein Kinodebüt in Sherry Hormanns Komödie „Männer wie wir“. Seither ist Charly Hübner regelmäßig in TV-Filmen und -Reihen zu sehen.
Im Kino war der Schauspieler mit Rollen unter anderem in Eoin Moores „Im Schwitzkasten“, in Florian Henckel von Donnersmarcks Oscar gekröntem Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ und in Bastian Günthers „Autopiloten“ zu sehen. Mit Anke Engelke war Charly Hübner von 2008 – 2013 in Sketchen ihrer preisgekrönten Comedyserie „Ladykracher“ (u. a. Deutscher Comedypreis, Deutscher Fernsehpreis) auf dem Bildschirm präsent. Seit 2007 ist Charly Hübner auch wieder als Theaterschauspieler in Zürich, Köln und Hamburg aktiv (u. a. in „Der Kirschgarten“, „Puntila und sein Knecht Matti“, „Der Idiot“, „Schuld und Sühne“, „Onkel Wanja“ und „Schiff der Träume“). Seit 2010 ermittelt er als Kriminalhauptkommissar Alexander Bukow zusammen mit Anneke Kim Sarnau für den Polizeiruf 110 in Rostock und erhielt dafür 2013 den Bayerischen Filmpreis, den Preis „Metropolis“ des Regieverbandes und 2014 den „Jupiter“. Es folgten weitere Filme u. a. der vielgelobte Film „Unter Nachbarn“. Für seine Leistungen in diesem Film erhielt Charly Hübner 2013 die „Goldene Kamera“. Im selben Jahr war der Schauspieler als Familienvater in dem Kinodrama „Eltern“ in einer Hauptrolle neben Christiane Paul zu sehen. 2014 folgten die NDR-Co-Produktion „Die Banklady“ – eine Liebesgeschichte der ersten Bankräuberin Deutschlands, Andre Powelz „Ohne dich“ mit Katja Riemann, Detlev Bucks Filme „Bibi & Tina“ sowie die preisgekrönte TV-Tragikomödie „Bornholmer Straße“ von Christian Schwochow, wofür Charly Hübner den Darstellerpreis beim Fernsehfestival Baden-Baden 2014 und den Grimme Preis 2015 erhielt. „Bornholmer Straße“ gewann zudem den Bambi als „TV-Ereignis des Jahres“. 2015 sah man Charly Hübner in den Fernsehfilmen „Vorsicht vor Leuten“, „Anderst schön“ und „Der verlorene Bruder“. Im selben Jahr wurde der vielseitige Schauspieler mit dem Comedy Preis als „Bester Schauspieler“ ausgezeichnet. Auch auf der Theaterbühne steht der Wahlhamburger wieder, u. a. mit den Stücken „Der Idiot“, „Onkel Wanja“, „Schuld und Sühne“ sowie mit Heinrich Bölls „Der Engel schwieg“. In Adolf Winkelmanns Ruhrgebiets-Film „Junges Licht“ (2016) spielte Charly Hübner den Vater des jungen Helden, als Hagen Kluth agierte er neben Anke Engelke in der TV-Komödie „Einmal Hallig und zurück“ (Hermine Huntgeburth), in Maria Schraders „Vor der Morgenröte – Stefan Zweig in Amerika“ (2016) war er als Schweizer Schriftsteller Emil Ludwig zu sehen und in Andreas Dresens "Timm Thaler" als Kreschimir. 2017 folgten Sven-Regeners-Verfilmung „Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt“ und Lars Jessens TV-Komödie "Jürgen - heute wird gelebt", die 2018 die Goldene Kamera erhielt. 2018 agierte der vielseitige Schauspieler nicht nur in Lola Randls "Fühlen Sie sich ausgebrannt und leer" und Emily Atefs "3 Tage in Quibéron" sondern auch als Regisseur mit seiner Dokumentation "Wildes Herz" - ein Film über "Feine Sahne Fischfilet", eine der erfolgreichsten deutschen Punkbands, und den Frontmann Jan "Monchi" Gorkow. 2019 folgte die WDR-Produktion "Klassentreffen" als Film und Serie, Matti Geschonnecks Romanverfilmung "Unterleuten" und die Verfilmung von Udo Lindenbergs Leben "LINDENBERG! Mach dein Ding" (beides wird 2020 gesendet). Weiterhin ist Charly Hübner auch als Sprecherstimme aktiv. So hörte man ihn 2019 als Obelix in "Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks". Aktuell steht der Schauspieler für die neue SKY-Serie "Hausen" vor der Kamera.
Eine vollständige Biographie von Charly Hübner finden Sie hier zum Download.
Kalle Kalima
Kalle Kalima ist ein finnischer Gitarrenvirtuose, der wohl zu den spannendsten Vertretern der europäischen Jazz-Szene gehört. Die E-Gitarre im Jazz holte er in das 21. Jahrhundert und mischt dabei auch Spuren von Rockmusik ein. Ausschlaggebend ist jedoch eine Portion Verrücktheit – finnische Kreativität eben. Der in Berlin wohnende Gitarrist und Komponist studierte vor seinem Abschluss an der Berliner Hanns Eisler Musikhochschule zunächst an der Sibelius-Akademie in Helsinki.
Seine Vielseitigkeit und musikalische Neugierde beweist Kalima in zahlreichen Jazz-Ensembles: Mit dem Trio »Klima Kalima« gewann er unter anderem den Neuen Deutschen Jazzpreis 2008 und tourte mit dem Trio »Johnny La Marama« durch Mittel- und Südamerika, Japan und den Iran. Sein kammermusikalisches Quartett »K-18« gewann 2013 den finnischen EMMA-Preis für Jazz. Zurzeit tritt er regelmäßig mit seinen Gruppen »Tenors of Kalima«, »KUU« und seinem neuesten Projekt »Long Winding Road« auf. Als Gastgitarrist spielte er u. a. mit dem Ensemble Resonanz, der NDR Bigband und Jazzanova. Seit September 2017 ist er Dozent für Jazz-Gitarre an der Universität in Luzern.
Eine vollständige Biographie von Kalle Kalima finden Sie hier zum Download.
Carlos Bica
Carlos Bica gilt als einer der innovativsten und kreativsten Musiker der portugiesischen Klangkunst. Als DAAD-Stipendiat kam Carlos Bica in den 1980er Jahren nach Deutschland, wo er ein Studium als Orchestermusiker an der Musikhochschule Würzburg absolvierte. International bekannt wurde Bica durch die langjährige Zusammenarbeit mit der Sängerin Maria João, mit der er in verschiedenen Formationen spielte und zahlreiche Tourneen in Deutschland und im Ausland unternahm. 1994 zog er nach Berlin, um an seinen eigenen Projekten zu arbeiten. Seitdem ist Bica ein treibendes Element der Berliner Jazzszene.
Neben zahlreichen von ihm initiierten musikalischen Projekten und seiner Tätigkeit als Komponist für Film-, Theater- und Tanz-Produktionen, ist das von ihm gegründete »Trio AZUL« das Markenzeichnen des Komponisten und Kontrabassspielers geworden. 2017 erhielt das Trio den ersten Preis des Festa do Jazz als »Beste Formation des Jahres«. Eine portugiesischen Jazzjury wählte Carlos Bica 2016 zum Musiker des Jahres. 2018 wurde er für den Echo Jazz Preis nominiert.
Er spielte bei den wichtigsten Jazz Festivals weltweit und arbeitete u.a. mit Ray Anderson, Kenny Wheeler, Aki Takase, Kurt Rosenwinkel, John Zorn, Lee Konitz, Mário Laginha, Mathias Schubert, Claudio Puntin, João Paulo Esteves da Silva. Gemeinsame Projekte verbinden ihn mit dem Sänger Carlos do Carmo, dem bekanntesten portugiesischen Fado Musiker, sowie weiteren inspirierenden Persönlichkeiten der portugiesischen Musiktradition wie José Mário Branco, Camané, Pedro Caldeira Cabral, Janita Salomé, Ana Moura, Cristina Branco zu.a.
Eine vollständige Biografie von Carlos Bica finden Sie hier zum Download.
Max Andrzejewski
Max Andrzejewski (*1986) ist Schlagzeuger und Komponist, wohnhaft in Berlin. Seine energetische musikalische Arbeit zwischen Jazz, zeitgenössischer Komposition, improvisierter Musik und experimentellem Rock bringt ihn auf Konzerten und mit Kompositionsaufträgen durch die Welt.
Andrzejewski studierte Schlagzeug an der MHS Köln und der UdK Berlin.
2013 gewann er mit seiner eigenen Band „Max Andrzejewski´s Hütte“ den hochdotierten Neuen Deutschen Jazzpreis und veröffentlichte vier Alben mit der Band, auf zwei Alben mit Vokalensemble als Gast. Seine weiteren eigenen Projekte sind die Experimental-Popband PRANKE und das neue Kammermusikensemble Stemeseder/Andrzejewski LIGHT TIED.
Andrzejewski ist als Komponist tätig z.B. mit Aufträgen für das Podium Festival Esslingen, den HAW Chor Hamburg mit dem Saxophonquartett Clair Obscur und dem Perkussion-quartett Elbtonal, das aDevantgarde Festival München, das Thalia Theater Hamburg, die Münchner Kammerspiele, das Theater Basel, das Maxim Gorki Theater uvm. Das Stück „Tyrannis“ mit Musik von Max wurde 2016 zum Theatertreffen Berlin eingeladen. „Man meint Heinrich Schütz wäre bei einem Meister der Minimal Music in einen Leistungskurs gegangen“ (Der Standard Wien zur Musik der „Orestie“ des Thalia Theater Hamburg)
Konzertreisen brachten Andrzejewski nach Aserbaidschan, Israel, Russland, Kuba, USA, Serbien, Honduras, Nicaragua, Guatemala, Mexiko, Tschechien, Portugal, Italien, Niederlande, Ägypten, Österreich, Serbien, Schweiz, Polen, Katar. Seine Musik erscheint auf zahlreichen Alben bei Traumton, Pirouet, Act, Wizmar, Unit, Jazzhaus, NWog, Whyplayjazz.
Eine vollständige Biografie von Max Andrzejewski finden Sie hier zum Download.
Resonanz
Eine „Séance“ wird das Ganze genannt, eine „Séance zwischen Franz Schubert und Nick Cave“. Was im ersten Augenblick wie ein Verlegenheitstitel wirkt, wird durch die Interpretation beglaubigt. Eine Interpretation, die den Akzent auf das Innere, aber auch auf das Metaphysische legt.
Deutschlandfunk Kultur, Rainer Pöllmann, 6.Oktober 2020
Als Urkatastrophe dient
Caves wohl berühmtestes Stück, „Where the wild roses grow“, düster
vorgetragen von Hübner mit Mörderblick, dazu transzendierende
Orchesterhymnen und schreiende E-Gitarre (Kalle Kalima): Ein Arrangement
von beängstigender Schönheit. Die „Winterreise“ schließlich ist
Protagonist des Abends: Hübner spielt mit den Motiven, seziert
Gefühlszustände, stülpt auf schmerzhafte Weise das Innerste nach außen.
[...] Und Schlaflieder wie das großartig vom Orchester gesungene „Die
Nebensonnen“, das statt Schlaf den Tod beschwört, lassen das Publikum im
fast vollen Saal betroffen zurück.
Süddeutsche Zeitung, Rebecca Reinhard, 25. Februar 2020
Ich
lasse mich von der unerschütterlichen Überzeugung fesseln, mit der das
Ensemble Resonanz seine eigene Fassung einer Tätergeschichte auf die
Bühne bringt. Ganz vertieft sind sie beim Spielen und ich frage mich ob
die Musiker in dieser Séance wirklich mit dem Übernatürlichen in Kontakt
treten? Das Rätsel versinkt im tosenden Applaus. […]Sehr beglückend –
so soll ein Konzertabend sein.
br, sweetspot, 12. November 2018
Ein gewagtes Experiment mit dem renommierten Streichorchester Ensemble Resonanz. Ob das gut gehen konnte? Minutenlange
stehende Ovationen, begeistertes Getrampel, das Publikum ist am Ende
der Aufführung völlig aus dem Häuschen – und zwar zu Recht. Ein
mitreißendes, ein überwältigendes Musikerlebnis haben Charly Hübner und
das Ensemble Resonanz geliefert.
Sven Barske im NDR Kulturjournal, 7. November 2018
Cave
singt in „Wild Roses“ und „Mercy Seat“ von Mord und Hinrichtung, und
Hübner nutzt seine Songs, um aus dem melancholischen Wanderer einen vom
Gewissen gehetzten Täter zu machen. Das funktioniert erstaunlich gut:
Zumindest kann man etwas besser verstehen, warum dem Wanderer beim
Anblick eines Friedhofes eine wahnsinnig-schwere Todessehnsucht befällt.
Dass es auch musikalisch passt, liegt vor allen an Kalle Kalima, Max
Andrzejewski und Carlos Bica. Die drei Jazzmusiker können mit Gitarre,
Schlagzeug und Bass bei Schubert wie bei Cave glühendes Leid zum Klingen
bringen und kurz danach so schwebend und leicht spielen, als sei nichts
gewesen. […] Beim „Leiermann“, der Schuberts Liederzyklus beschließt,
fehlen danach sogar Charly Hübner die Worte. Wie ein Echo klingt die
verlorene Melodie nur in einer einsamen Bratsche nach. „Schaurig“
erschien Schubert die eigene Komposition, als er sie erstmals aufführte.
Im Funkhaus kann man das teilweise bedrückend deutlich nachvollziehen.
Schaden hat im Publikum aber offenbar niemand genommen: Der
anschließende Applaus ist euphorisch.
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Stefan Arndt, 3. Oktober 2018
