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Eine fein gesponnene Dramaturgie, oft entwickelt in transdisziplinärer Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Partnern aus verschiedensten Künsten, und der kreative wie sensible Einsatz technologisch-musikalischer Mittel kennzeichnen das Werk der 1985 in Tel Aviv geborenen Komponistin Sivan Eldar. Es umfasst Konzertantes von Solo bis Orchester, szenisch angelegte Werke und Klanginstallationen.
Sivan Eldars jüngstes Musiktheaterwerk wurde beim Festival d’Aix-en-Provence 2025 aus der Taufe gehoben und von Presse und Publikum gefeiert. The Nine Jewelled Deer entstand aus ihrer Begegnung mit der Sängerin und Improvisatorin Ganavya Doraiswamy in Zusammenarbeit mit der Co-Librettistin Lauren Groff und wurde von Peter Sellars in einem Bühnenbild der amerikanischen Malerin Julie Mehretu inszeniert. Das Ergebnis wurde als „mitreißend und universell“ (Opera Magazine), „tief bewegend“ (Neue Zürcher Zeitung) und „atemberaubend“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung) beschrieben. Kurz darauf kam ihre erste abendfüllende Kammeroper Like Flesh, 2022 an der Opéra de Lille mit großem Erfolg uraufgeführt, in einer neuen Inszenierung auf die Bühne. Die nach einem Libretto der Dramatikerin Cordelia Lynn entwickelte und mit dem FEDORA Opera Price ausgezeichnete Oper war im Herbst 2025 in Basel zu sehen; ein Medienpaket mit Buch und CD erschien im Vorfeld. Momentan arbeitet Sivan Eldar an ihrer dritten Oper.
Sivan Eldar nahm als Kind Klavier- und Gesangsunterricht und ging mit 15 Jahren auf das experimentelle United World College in New Mexico. Sie setzte ihr Studium in Boston am New England Conservatory in Komposition, Klavier und Ethnomusikologie. 2009 zog sie nach Kalifornien, wo sie einen PhD Abschluss in Komposition an der University of California in Berkeley bei Franck Bedrossian, Edmund Campion, Cindy Cox und Myra Melford sowie ein Diplom in Neuen Medien erwarb. In Paris studierte sie anschließend am IRCAM bei Hèctor Parra. Ab 2018 war sie in Residence am IRCAM und arbeitete vor allem mit dem Computermusikdesigner Augustin Muller und dem Forscher Jean-Louis Giavitto zusammen.
Sivan Eldars Musik wurde inzwischen bei vielen führenden Festivals und in wichtigen Konzertsälen aufgeführt, darunter die Biennale von Venedig, das Musée du Louvre, die Boston Symphony Hall, das Théatre du Châtelet, das Centre Pompidou (Festival ManiFeste), die Maison de la Radio (Festival Présences), die Philharmonie Luxembourg (Rainy Days), der Musikverein Wien (Wien Modern), das DiMenna Center (TIME: SPANS Festival), das Ultraschall Festival Berlin, das November Music Festival Den Bosch und die Opernhäuser von Lille, Montpellier, Nancy, Marseille und Antwerpen. Ihre Klanginstallationen wurden im MahN-Museum in Neuchâtel, im MUSEC-Museum in Lugano, in der Brooklyn Public Library, bei den Festivals Konfrontationen und Impuls in Österreich und in der Catherine Clark Gallery in San Francisco präsentiert.
Neben ihrer Arbeit als Komponistin lehrte Sivan Eldar seit 2025 als Professorin an der Norwegian Academy of Music. Zuvor unterrichtete sie am Department of Music an der University of California Berkeley und beim John Adams Young Composers Program (2009-16), der IlSuono Academy (2023), der BE Connect Academy (2024) und der Voix Nouvelles Academy in Royaumont (2024). Von 2019 bis 2022 war sie Composer-in-residence beim Opéra Orchestre National de Montpellier, wo sie mehrere internationale Workshops für Komponist:innen, Autor:innen und Regisseur:innen leitete, darunter „Paroles et musique“ mit dem Regisseur Ted Huffman.
Sivan Eldar wurde mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet: Sie war Stipendiatin der Fulbright Foundation, der Civitella Ranieri Foundation, der MacDowell Foundation, der Camargo Foundation, der Villa Albertine, der Cité Internationale des Arts, der Royaumont Foundation und von Snape Maltings. Sie ist Rom-Preisträgerin 2022/23 (Französische Akademie in Rom - Villa Medici) sowie Gewinnerin des New Musical Talent Award (SACD) 2023 und des Opera America Discovery Grant 2024. Ihre Musik erscheint bei Durand-Universal Music Classical.
Saison 2026/27
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Eine Liste aller Werke von Sivan Eldar finden Sie hier.
„The stone the tree the well war eine wahrhaft bewegende Premiere [...] ein fesselndes Werk, das westliche und östliche Klangwelten miteinander verbindet. Ein unbestreitbarer Erfolg.“
Cult.news, Jean-Marie Chamouard über The stone the tree the well , 30.4.2024
„Das Ganze ist ein absoluter Erfolg (...) Like flesh ist anspruchsvoll, verführerisch und wirkungsvoll (...) wir werden von der magischen Klang- und Bildwelt gefangen genommen. (...) Die musikalische Sprache ist entschieden zeitgemäß und mobilisiert alle Kenntnisse und Mittel in einer meisterhaften Verschmelzung (...) sie spricht jeden an. (...) Das Werk geht über eine enge Zusammenarbeit zwischen seinen Schöpfern hinaus: Es kommt zu einer echten Osmose zwischen Text, Klang und Bild, die zu einem starken opernhaften Ausdruck führt (...) es ist die reine Freude."
Forum Opéra, Yannick Boussaert über Like Flesh, 28.1.2022
"Heave ist ein Stück für sechs Sänger und Elektronik, das zu Gedichten von Cordelia Lynn komponiert wurde und sich mit zwei Liebeserfahrungen beschäftigt - einer menschlichen und einer nicht-menschlichen. Die Stimmen, stets zerbrechlich und von geringer Intensität, entfalten sich in einer üppigen und scheinbar „magischen“ Klangumgebung, die - zumindest oberflächlich betrachtet - frei von jeglichen elektronischen Apparaten zu sein scheint. Die sensorische Erfahrung ist überragend und emotional aufgeladen, eingebettet in eine naturalistische Szenografie, die von Aurélie Lemaignan entworfen wurde."
Res Musica, Michèle Tosi über Heave, 14.9.2018
„Ein faszinierendes Werk für Chor und Live-Elektronik, das von einer einzigartigen Herangehensweise an die zeitgenössische Melodieführung getragen wird.“
Il Giornale della Musica über After Arethusa
‘Wood Behaviour’ – LIKE FLESH Sivan Eldar – Opéra de Lille
Sivan Eldar - « Like flesh »
Una Mujer Derramada / A Woman Spilled
The stone the tree the well
After Arethusa
Heave