Als Urkatastrophe dient Caves wohl berühmtestes Stück, „Where the wild roses grow“, düster vorgetragen von Hübner mit Mörderblick, dazu transzendierende Orchesterhymnen und schreiende E-Gitarre (Kalle Kalima): Ein Arrangement von beängstigender Schönheit. Die „Winterreise“ schließlich ist Protagonist des Abends: Hübner spielt mit den Motiven, seziert Gefühlszustände, stülpt auf schmerzhafte Weise das Innerste nach außen. [...] Und Schlaflieder wie das großartig vom Orchester gesungene „Die Nebensonnen“, das statt Schlaf den Tod beschwört, lassen das Publikum im fast vollen Saal betroffen zurück.
Süddeutsche Zeitung, Rebecca Reinhard, 25. Februar 2020

Ich lasse mich von der unerschütterlichen Überzeugung fesseln, mit der das Ensemble Resonanz seine eigene Fassung einer Tätergeschichte auf die Bühne bringt. Ganz vertieft sind sie beim Spielen und ich frage mich ob die Musiker in dieser Séance wirklich mit dem Übernatürlichen in Kontakt treten? Das Rätsel versinkt im tosenden Applaus. […]Sehr beglückend – so soll ein Konzertabend sein.
br, sweetspot, 12. November 2018

Ein gewagtes Experiment mit dem renommierten Streichorchester Ensemble Resonanz. Ob das gut gehen konnte?Minutenlange stehende Ovationen, begeistertes Getrampel, das Publikum ist am Ende der Aufführung völlig aus dem Häuschen – und zwar zu Recht. Ein mitreißendes, ein überwältigendes Musikerlebnis haben Charly Hübner und das Ensemble Resonanz geliefert.
Sven Barske im NDR Kulturjournal, 7. November 2018

Cave singt in „Wild Roses“ und „Mercy Seat“ von Mord und Hinrichtung, und Hübner nutzt seine Songs, um aus dem melancholischen Wanderer einen vom Gewissen gehetzten Täter zu machen. Das funktioniert erstaunlich gut: Zumindest kann man etwas besser verstehen, warum dem Wanderer beim Anblick eines Friedhofes eine wahnsinnig-schwere Todessehnsucht befällt. Dass es auch musikalisch passt, liegt vor allen an Kalle Kalima, Max Andrzejewski und Carlos Bica. Die drei Jazzmusiker können mit Gitarre, Schlagzeug und Bass bei Schubert wie bei Cave glühendes Leid zum Klingen bringen und kurz danach so schwebend und leicht spielen, als sei nichts gewesen. […] Beim „Leiermann“, der Schuberts Liederzyklus beschließt, fehlen danach sogar Charly Hübner die Worte. Wie ein Echo klingt die verlorene Melodie nur in einer einsamen Bratsche nach. „Schaurig“ erschien Schubert die eigene Komposition, als er sie erstmals aufführte. Im Funkhaus kann man das teilweise bedrückend deutlich nachvollziehen. Schaden hat im Publikum aber offenbar niemand genommen: Der anschließende Applaus ist euphorisch.
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Stefan Arndt, 3. Oktober 2018