Friedrich Cerha

Neun Bagatellen für Streichtrio

Titel
Neun Bagatellen für Streichtrio
Untertitel
Dauer
13:00
Anzahl Mitwirkende
3
Entstehung
2008
Uraufführung
2010-06-27
Styriate · Graz · Zebra Trio
Kommentare des Komponisten zum Werk

Ich habe mich schon in den 70er Jahren anlässlich der Herausgabe von Weberns nachgelassenen Orchesterstücken und Orchesterfragmenten aus dem Jahr 1913 mit der kleinen, knappen Form und der zyklischen Reihung solcher Kleinformen auseinandergesetzt.

Seit 2005 – den Orchesterstücken Momente und den Instants von 2006-08 – beschäftigt mich das Thema von neuem. In einem Text zu den Momenten habe ich beschrieben, wie es dazu kam. Dort heißt es: „Ich bin des monomanen Fortspinnens, des 'gearbeiteten' Ausbreitens musikalischer Ideen müde. Ich war aber auch meines eigenen Handwerks, der Dinge, die ich 'gut kann' überdrüssig. Gleichzeitig war mir die Spontaneität des Einfalls, der 'Blitz' der Intuition und seine knappe, präzise Formulierung immer wichtiger geworden. Ich versuchte also betont aus dem Käfig meiner eingefleischten Prämissen auszubrechen, gegen die Wände der ins Unbewusste abgesunkenen Prämissen zu laufen.“ In den beiden Orchesterwerken gehen Kleinformen ineinander über und bilden große zyklische Einheiten. Hier im Streichtrio – wie auch in eben entstandenen Bagatellen für Klarinette und Klavier – sind die Stücke selbständig, aber ihre Reihung ist keine zufällige, sondern folgt einem wohlüberlegten, dramaturgischen Plan und natürlich gibt es – wie in allen meinen Werken- viele Querbeziehungen.

Die Reduktion auf drei Stimmen erfordert gegenüber dem Streichquartett eine strengere polyphone Stimmigkeit, eine Hierarchie der Stimmen hat hier viel weniger Platz.

Zur Entstehung kam es durch Ernst Kovacic: er erzählte mir, dass er neuerdings viel und mit großem Vergnügen Streichtrio spiele und sich freuen würde, wenn ich für diese Besetzung etwas schreiben würde. Ich habe die Anregung aufgegriffen und in kurzer Zeit sind daraus die Bagatellen erwachsen.

Friedrich Cerha

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