Vito Žuraj

Komponist

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27.10. 19:30
Reva and David Logan Center for the Arts

Vito Žuraj,  Framed für Ensemble

Vito Žuraj, Komposition
Talea Ensemble

05.11. 11:00
Berliner Philharmonie

Wolfgang Rihm,  Chiffre II, Silence to be beaten
Wolfgang Rihm,  Mnemosyne für hohen Sopran und Ensemble nach Hölderlin
Robert Schumann,  Klavierquintett Es-Dur op. 44
Vito Žuraj,  Alavò für Sopran, Klavier und Instrumentalgruppen

Rinnat Moriah, Sopran
Jean-Frédéric Neuburger, Klavier
Vito Žuraj, Komposition
Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker
Stanley Dodds, Dirigent

07.11. 20:30
Philharmonie de Paris 2

Wolfgang Rihm,  Chiffre II, Silence to be beaten
Wolfgang Rihm,  Mnemosyne für hohen Sopran und Ensemble nach Hölderlin
Robert Schumann,  Klavierquintett Es-Dur op. 44
Vito Žuraj,  Alavò für Sopran, Klavier und Instrumentalgruppen

Rinnat Moriah, Sopran
Jean-Frédéric Neuburger, Klavier
Vito Žuraj, Komposition
Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker
Stanley Dodds, Dirigent

26.11. 11:00
Kultur- und Kongresszentrum Luzern

Vito Žuraj,  Alavò für Sopran, Klavier und Instrumentalgruppen
Wolfgang Rihm,  Chiffre II, Silence to be beaten
Wolfgang Rihm,  Mnemosyne für hohen Sopran und Ensemble nach Hölderlin
Robert Schumann,  Klavierquintett Es-Dur op. 44

Rinnat Moriah, Sopran
Jean-Frédéric Neuburger, Klavier
Vito Žuraj, Komposition
Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker
Stanley Dodds, Dirigent

Biografie

Kraftvolle und minutiös ausgearbeitete Kompositionen, die häufig szenische Elemente und Raumklangkonzepte einbeziehen und den Musikern auf den Leib geschnitten sind, zeichnen den 1979 in Maribor geborenen Komponisten Vito Žuraj aus. Innerhalb kurzer Zeit setzten sich seine Werke im Konzertsaal und bei wichtigen Festivals durch, interpretiert unter anderem vom New York Philharmonic Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Ensemble Modern und dem RIAS Kammerchor.

Im Frühjahr 2016 erhielt Vito Žuraj den Claudio-Abbado-Kompositionspreis, der von der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker vergeben wird. Mit dem Preis verbunden ist ein Kompositionsauftrag: Alavó kommt im November 2017 in der Berliner Philharmonie mit dem Akademieorchester, der Sopranistin Rinnat Moriah und dem Pianisten Jean-Frédéric Neuburger zur Uraufführung, bevor auch in Paris und Luzern weitere Konzerte folgen. Vito Žuraj ist zudem Träger des Kompositionspreises der Landeshauptstadt Stuttgart sowie des Prešeren-Förder-Preises, der höchsten nationalen Auszeichnung für Kultur des slowenischen Staates. 2014 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom, der Akademie der Künste in Berlin sowie des ZKM Karlsruhe.

Vito Žuraj studierte Komposition bei Marko Mihevc in Ljubljana und führte seine Studien anschließend bei Lothar Voigtländer in Dresden und bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe fort. Seine Erfahrung mit Technik und Ästhetik elektronischer Klangerzeugung, die er in einem Masterstudium in Musiktechnologie bei Thomas A. Troge sowie am ZKM Karlsruhe sammelte und in Kooperationen mit dem Experimentalstudio des SWR und dem IRCAM ausbaute, nutzt er inzwischen nicht nur für seine eigene kompositorische Arbeit: Seit 2015 ist er als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Musikakademie der Universität Ljubljana mit dem Aufbau eines Studios für elektronische Musik betraut; parallel dazu hat er einen Lehrauftrag in Karlsruhe inne.

Seit seiner Teilnahme an der Internationalen Ensemble Modern Akademie im Jahr 2009/10 verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Solistenensemble, das inzwischen mehrere seiner Werke uraufgeführt hat, u.a. Runaround (2014), Übürall (2013), Restrung (2012) und Warm-up (2012). Als passionierter Tennisspieler nutzt Vito Žuraj seine Erfahrungen aus bestimmten Spielsituationen immer wieder als Inspiration für eine inzwischen umfangreiche Reihe von Werken, darunter das 2011 entstandene Changeover für Instrumentalgruppen und Orchester, uraufgeführt mit dem Ensemble Modern und dem hr-Sinfonieorchester unter Johannes Kalitzke.

Auch zahlreiche weitere Ensembles und Orchester nehmen regelmäßig Werke von Vito Žuraj ins Programm. So brachte das Klangforum Wien das 2013 entstandene Fired-up   u.a. beim Festival MiTo in Mailand, beim Musikprotokoll des ORF, beim Festival Manifeste des IRCAM in Paris und am Konzerthaus Wien zur Aufführung, bevor es in der vergangenen Saison zusammen mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien Changeover erneut zu Gehör brachte. Die halbszenisch angelegte Komposition Insideout wurde vom Scharoun Ensemble unter Matthias Pintscher mit Mojca Erdmann und Dietrich Henschel bei den Salzburger Festspielen 2013 uraufgeführt und mit dem New York Philharmonic 2014 sowie 2016 mit dem Ensemble intercontemporain und Yeree Suh wiederaufgeführt. Die in Kooperation mit der Akademie „Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung entstandene Oper Orlando. Das Schloss kam 2013 in Bielefeld zur Uraufführung. Im Auftrag der KölnMusik wurde zum 30. Jubiläum der Kölner Philharmonie im September 2016 i-Formation für zwei Orchester und zwei Dirigenten aus der Taufe gehoben, gespielt vom WDR Sinfonieorchester unter Jukka-Pekka Saraste und dem Gürzenich-Orchester Köln unter François-Xavier Roth. Weitere Höhepunkte der letzten Saison waren im Frühjahr 2017 zwei Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie: im Großen Saal erklang Ende März Stand up, ein Auftragswerk des NDR Elbphilharmonie Orchesters, ehe im April das Ensemble Modern dem Komponisten ein Porträtkonzert im Kammermusiksaal widmete, das er selbst leitete.

Aufnahmen von Vito Žurajs Werken sind unter anderem beim Label Neos erschienen, eine Porträt-CD des Komponisten wurde bei Wergo in der Edition zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats veröffentlicht.

In der laufenden Saison stehen wieder zahlreiche Uraufführungen an: Im Herbst ist das als Auftragswerk des ARD-Musikwettbewerbs entstandene Interfret für Gitarre Solo als Pflichtstück im Semi-Finale des Wettbewerbs zu hören. Das Jahr 2018 startet mit der Uraufführung vom Buch der Körper für Sopran und Kammerstreichorchester nach Texten des slowenischen Dichters Aleš Šteger in der Nationalgalerie Ljubljana, komponiert für das Kammerstreichorchester der Slowenischen Philharmonie und die Solistin Nika Gorič. Im Rahmen seiner Residenz beim Philharmonischen Orchester des Theaters Erfurt schrieb Vito Žuraj das Werk Drive für Schlagzeug-Trio und Instrumentalgruppen, das im Frühjahr 2018 zur Uraufführung kommt. Bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik wird im April das Klangforum Wien unter der Leitung von Emilio Pomárico ein neues Werk für Ensemble aus der Taufe heben, bevor es im Mai in Wien erneut erklingt, dann dirigiert von Peter Rundel. Zudem widmet ihm das Philharmonia Orchestra London im April 2018 ein Konzert, in dem Aftertouch sowie die Uraufführung der englischen Fassung seiner Farce Ubuquity für Sopran und Ensemble – basierend auf Überall, inspiriert von Alfred Jarrys Theaterstück Ubu Roi und dem Komponisten Bernd Alois Zimmermann – zu Gehör gebracht werden.

Saison 2017/2018

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Resonanz

„Schub´rdy G´rdy“ ist (…) ein Neologismus aus Schubert und Hurdy Gurdy, übersetzt Drehorgel. (…) Das thematische Material von Schubert stammt aus dem „Leiermann“ der Winterreise, dem „Erlkönig“ und dem „Ave Maria“. (…) Das Ganze würde wie eine etwas oberflächliche Aneinanderreihung von Schubert-Zitaten wirken, wenn da nicht diese direkte humoristische Ebene wäre, die das Stück dauerhaft am Leben hält und die von den Musikern, allen voran der wirklich tollen Sopranisten Rinnat Moriah, nahezu szenisch dargeboten wird.
klassik-begeistert.de, Julian Bäder, 12. April 2017
 

Vito Zuraj ist nicht sehr bekannt in Frankreich und das ist sehr schade. (…) In Ubuquité (…) lädt uns der Erzähler auf eine Weltreise, bei der sich Listen, Wortspiele und mehr oder weniger anstößige Witze aneinander reihen. Der Stil ist polymorph, nimmt Anleihen aus dem Jazz, liebäugelt mit „Mysteries of the Macabre“ von Ligeti und bezieht sich explizit auf Bernd Alois Zimmermanns Zitierarbeiten (der selbst sowohl in der Musik als auch im Text zitiert wird).
forumopera.com, Par Alexandre Jamar, 24.01.2017
 

Gleichwertig sind die Aufgaben verteilt, nur die Auftakte wechseln wie Aufschläge. Mit engelhaften Harfen- und Zimbelklängen öffnete das Fernorchester den Raum in die Höhe. Am Boden fuhren sämige Streicherglissandi wie müde Spieler den Raum ab, dann schossen die Blechbläser Fanfaren und ernteten den Return. (…) Gerade diese sicht- und hörbaren Dialoge machten den Besuchern Spaß. Und auch die vom Orgelkustos Thierry Mechler wellenartig sprudelnden Orgelläufe als Zwischenhändler von Bühne und Fernorchester schufen einen Deckel für das Spiel, in dem Vito Žuraj Energie und ungewohnte Klangfarben feinsinnig in den Saal mischte.
KÖLNISCHE RUNDSCHAU, Olaf Weiden, 16.09.2016, über „i-Formation“ für zwei Orchester


Sein Tango für Flöte und Orchester ist ebenso virtuos wie schwungvoll, spielt mit dem beliebten Tanzrhythmus und wirft die Motive wie Jonglierbälle quer durchs Orchester.
THÜRINGER ALLGEMEINE, Ursula Mielke, 29.10.2016
 

In Vito Žurajs Insideout (2013) wird man regelrecht in das Feuer der Handlung und die Hysterie der Leidenschaft katapultiert. Der slowenische Komponist inszeniert ein Paar und konfrontiert das Publikum mit dem Thema der Hassliebe. (…) Die schneidenden Töne des Instrumentalensembles, das angeheizt wird – schrille Harfe, wirkungsvolles Schlagzeug, Verschmelzung der Klangfarben und schlagende Bögen – bilden die Grundlage für einen spannungsgeladenen Dialog zwischen den beiden Stimmen, in einer explosiven Auseinandersetzung.
RES MUSICA, Michèle Tosi, 14.04.2016


Schnell zieht diese bunte, immer leicht aufgeregte Musik den Zuhörer in den Bann. Dabei spielen Algorithmen in dieser Musik ebenso eine Rolle wie musikalische Intuition. Trotzdem entsteht keine starre, floskelhafte Reißbrettmusik – im Gegenteil.
DAS ORCHESTER, Heike Eckhoff, Februar 2016,zu Hawk-eye auf der Porträt-CD Changeover"


Vito Žurajs Hornkonzert „Hawk-eye" lädt dazu ein, sich „einen Adler vorzustellen, der über ein malerisches Tal fliegt und die Fähigkeit besitzt, jedes interessante Detail heranzuzoomen”. Mit dieser anschaulichen bildlichen Vorstellung hatte der Solist Saar Berger Carte Blanche um, musikalisch gesprochen, herumzuwirbeln, abzutauchen und umherzuschwirren.
TTHE GUARDIAN, Kate Molleson, 02.03.2015
 

Die Klangsprache sei spektakulär, die Dramaturgie der Komposition überraschend und die Materialbeherrschung in der Behandlung unerwarteter Geräuschsäulen und -orkane beeindruckend, befand die Jury des Stuttgarter Kompositionspreis – und verlieh Vito Zuraj 2013 den renommierten Preis für sein Werk „Changeover".
DEUTSCHLANDFUNK, Egbert Hiller, 09.08.2014


Im Konzert ,,Ensemble Modern remixed!“ (…) begegnete man den Werken in einem sich anschließenden Live-Remix erneut: etwa den filigranen Rieselklängen und dem Hoketus einer mikrotonalen Klangschalen-Melodie aus Vito Žurajs Komposition „Restrung". Das Werk hatte mit seiner Klangsinnlichkeit und seinen Gegensätzen vom vereinigten Grunzen aus Violoncelli und Kontrabass über das Knattern von Kontrafagott, Kontrabassklarinette und Subkontrabass-Saxophon zum lichten Flirren von Solovioline und Piccolo Flöte und dem lichten Tröpfeln von Streicher-Pizzicati und feinen Cembalo-Klängen gefallen.
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, Elisabeth Risch, 24.11.2013

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Mediencenter

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Diskografie

Changeover

Changeover

Saar Berger, Ensemble Modern, hr-Sinfonieorchester
Orchester der Slowenischen Philharmonie
Matthias Pintscher, Johannes Kalitzke
Wergo, B013578D1C, 2015
Koproduktion des Deutschen Musikrats und des Slowenischen Rundfunks

Portrait Saar Berger

Portrait Saar Berger

Travelling Pieces
Aufgenommenes Werk: Warm-up
EMCD-026/27, Ensemble Modern, 2014

Folk Songs

Folk Songs

Ensemble Experimental
ExperimentalStudio des SWR
Aufgenommenes Werk: Zgübleni
Neos, B00OMEJAS8, 2014

Deconstructing Accordion

Deconstructing Accordion

Luka Juhart, Akkordeon
Aufgenommenes Werk: Silhouette
Neos, B00NLQVG30, 2014

Unirsi al cielo (DVD)

Unirsi al cielo (DVD)

Klangforum Wien
Jean-Michaël Lavoie
San Fedele Musica, 2014

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Werke

Vito Žurajs Werkkatalog mit Hörbeispielen finden Sie hier.

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