Vito Žuraj

Komponist

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Termine

10.01. 19:30
Cankarjev Dom, Cultural and Congress Centre, Ljubjana

Vito Žuraj,  Alavò für Sopran, Klavier und Instrumentalgruppen
Richard Strauss,  Ein Heldenleben op.40

Michael Wendeberg, Dirigent
Slovenian Philharmonic Orchestra
Rinnat Moriah, Sopran
Vito Žuraj, Komposition

11.01. 19:30
Cankarjev Dom, Cultural and Congress Centre, Ljubjana

Vito Žuraj,  Alavò für Sopran, Klavier und Instrumentalgruppen
Richard Strauss,  Ein Heldenleben op.40

Michael Wendeberg, Dirigent
Slovenian Philharmonic Orchestra
Rinnat Moriah, Sopran
Vito Žuraj, Komposition

12.01. 19:30
Cankarjev Dom, Cultural and Congress Centre, Ljubjana

Vito Žuraj,  Alavò für Sopran, Klavier und Instrumentalgruppen
Richard Strauss,  Ein Heldenleben op.40

Michael Wendeberg, Dirigent
Slovenian Philharmonic Orchestra
Rinnat Moriah, Sopran
Vito Žuraj, Komposition

19.01. 16:00
Southbank Centre London

Vito Žuraj,  Runaround

Vito Žuraj, Komposition
Ensemble Modern

10.02. 10:52
Theaterhaus Stuttgart

Vito Žuraj,  Der Verwandler

Vito Žuraj, Komposition
SWR Vokalensemble Stuttgart
SWR Symphonieorchester

Biografie

Kraftvolle und minutiös ausgearbeitete Kompositionen, die häufig szenische Elemente und Raumklangkonzepte einbeziehen und den Musikern auf den Leib geschnitten sind, zeichnen den 1979 in Maribor geborenen Komponisten Vito Žuraj aus. Innerhalb kurzer Zeit setzten sich seine Werke im Konzertsaal und bei wichtigen Festivals durch, interpretiert unter anderem vom New York Philharmonic Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Ensemble Modern und dem RIAS Kammerchor.

Auch in der Saison 2018/19 kommt konzeptionell und thematisch Grenzübergreifendes zur Uraufführung: Für das SWR Vokalensemble und das SWR Symphonieorchester entsteht die Komposition Der Verwandler, die sich mit dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger, Erfinder des europäischen Porzellans, auseinandersetzt. Böttgers Karriere, die mit der betrügerischen Behauptung startete, Gold herstellen zu können, ist für Vito Žuraj Ausgangspunkt für ein Assoziationsspektrum rund um die Themen Lüge und Wahrheit, Sinnsuche und das Wesen der Kunst. Bei der neuen Komposition Hors d’oeuvre verrät schon die Besetzungsangabe den ungewöhnlichen Ansatz: Für Koch-Performer und Kammerorchester ist das Werk geschrieben, das im Juni 2019 vom WDR Symphonieorchester unter Peter Rundel gemeinsam mit dem Sternekoch Daniel Gottschlich aus der Taufe gehoben wird.

Vito Žuraj studierte Komposition bei Marko Mihevc in Ljubljana und führte seine Studien anschließend bei Lothar Voigtländer in Dresden und bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe fort. Seine Erfahrung mit Technik und Ästhetik elektronischer Klangerzeugung, die er in einem Masterstudium in Musiktechnologie bei Thomas A. Troge sowie am ZKM Karlsruhe sammelte und in Kooperationen mit dem Experimentalstudio des SWR und dem IRCAM ausbaute, nutzt er inzwischen nicht nur für seine eigene kompositorische Arbeit: Seit 2015 ist er als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Universität Ljubljana mit dem Aufbau eines Studios für elektronische Musik betraut; parallel dazu hat er einen Lehrauftrag in Karlsruhe inne.

Als passionierter Tennisspieler nutzt Vito Žuraj seine Erfahrungen aus bestimmten Spielsituationen immer wieder als Inspiration für eine inzwischen umfangreiche Reihe von Werken, darunter das 2011 entstandene Changeover für Instrumentalgruppen und Orchester, uraufgeführt mit dem Ensemble Modern und dem hr-Sinfonieorchester unter Johannes Kalitzke. Seit langem verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern, das inzwischen mehrere seiner Werke uraufgeführt hat, u.a. Runaround (2014), Übürall (2013), Restrung (2012) und Warm-up (2012) und das ihm zuletzt 2017 ein Komponistenporträt widmete – eins von zwei Konzerten mit seinen Werken an der Elbphilharmonie im Frühjahr 2017: Das NDR Elbphilharmonie Orchester brachte dort zudem die Komposition Stand up zur Uraufführung.

Auch zahlreiche weitere Ensembles und Orchester nehmen regelmäßig Werke von Vito Žuraj ins Programm. So brachte das Klangforum Wien unter anderem das 2013 entstandene Fired-up in Mailand, Paris und Wien zur Aufführung. Die halbszenisch angelegte Komposition Insideout wurde vom Scharoun Ensemble unter Matthias Pintscher bei den Salzburger Festspielen 2013 uraufgeführt und 2014 mit dem New York Philharmonic sowie 2016 mit dem Ensemble intercontemporain wiederaufgeführt. Zum 30. Jubiläum der Kölner Philharmonie wurde im September 2016 i-Formation für zwei Orchester und zwei Dirigenten aus der Taufe gehoben, gespielt vom WDR Sinfonieorchester unter Jukka-Pekka Saraste und dem Gürzenich-Orchester Köln unter François-Xavier Roth. Zu den Uraufführungen der vergangenen Saison zählen Drive für Schlagzeug-Trio und Instrumentalgruppen, entstanden im Rahmen seiner Residenz beim Philharmonischen Orchester Erfurt, sowie die Ensemblekomposition Tension, aufgeführt bei  den Wittener Tagen für Neue Kammermusik mit dem Klangforum Wien unter Emilio Pomárico und erneut in Wien unter Peter Rundel. Zudem brachte das Philharmonia Orchestra im April 2018 die englische Fassung seiner Farce Ubuquity für Sopran und Ensemble zur Uraufführung.

2016 erhielt Vito Žuraj den Claudio-Abbado-Kompositionspreis, der von der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker vergeben wird; die in Folge des Preises entstandene Auftragskomposition Alavó kam in Berlin, Paris und Luzern zur Aufführung. Vito Žuraj ist zudem Träger des Kompositionspreises der Landeshauptstadt Stuttgart sowie des Prešeren-Förder-Preises, der Auszeichnung für Kultur des slowenischen Staates. 2014 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom, der Akademie der Künste in Berlin sowie des ZKM Karlsruhe.

Aufnahmen von Vito Žurajs Werken sind unter anderem beim Label Neos erschienen; eine Porträt-CD wurde bei Wergo in der Edition zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats veröffentlicht.

Saison 2018/2019

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Resonanz

Vito Zuraj hat „Alavò“ (…) als Hommage an Abbado geschrieben. Trotz der bildhaften Geschichte um einen sizilianischen Prinzen verzichtet er auf vordergründiges Lokalkolorit zugunsten dicht instrumentierter Klangereignisse, der Tonfall ist voller komischer Pointierungen und elegischer Stimmungen. Zauberhaft eine kurze Wiegenlied-Passage, von großartiger Wirkung die in die Stille tröpfelnden Schlusstöne.
DER TAGESSPIEGEL, Benedikt von Bernstorff, 7.11.2017 über "Alavò", Auftragswerk der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker anlässlich des Claudio-Abbado-Kompositionspreises

„Schub´rdy G´rdy“ ist (…) ein Neologismus aus Schubert und Hurdy Gurdy, übersetzt Drehorgel. (…) Das thematische Material von Schubert stammt aus dem „Leiermann“ der Winterreise, dem „Erlkönig“ und dem „Ave Maria“. (…) Das Ganze würde wie eine etwas oberflächliche Aneinanderreihung von Schubert-Zitaten wirken, wenn da nicht diese direkte humoristische Ebene wäre, die das Stück dauerhaft am Leben hält und die von den Musikern, allen voran der wirklich tollen Sopranisten Rinnat Moriah, nahezu szenisch dargeboten wird.
klassik-begeistert.de, Julian Bäder, 12.04.2017

Vito Zuraj ist nicht sehr bekannt in Frankreich und das ist sehr schade. (…) In Ubuquité (…) lädt uns der Erzähler auf eine Weltreise, bei der sich Listen, Wortspiele und mehr oder weniger anstößige Witze aneinander reihen. Der Stil ist polymorph, nimmt Anleihen aus dem Jazz, liebäugelt mit „Mysteries of the Macabre“ von Ligeti und bezieht sich explizit auf Bernd Alois Zimmermanns Zitierarbeiten (der selbst sowohl in der Musik als auch im Text zitiert wird).
forumopera.com, Par Alexandre Jamar, 24.01.2017

Gleichwertig sind die Aufgaben verteilt, nur die Auftakte wechseln wie Aufschläge. Mit engelhaften Harfen- und Zimbelklängen öffnete das Fernorchester den Raum in die Höhe. Am Boden fuhren sämige Streicherglissandi wie müde Spieler den Raum ab, dann schossen die Blechbläser Fanfaren und ernteten den Return. (…) Gerade diese sicht- und hörbaren Dialoge machten den Besuchern Spaß. Und auch die vom Orgelkustos Thierry Mechler wellenartig sprudelnden Orgelläufe als Zwischenhändler von Bühne und Fernorchester schufen einen Deckel für das Spiel, in dem Vito Žuraj Energie und ungewohnte Klangfarben feinsinnig in den Saal mischte.
KÖLNISCHE RUNDSCHAU, Olaf Weiden, 16.09.2016, über „i-Formation“ für zwei Orchester

Sein Tango für Flöte und Orchester ist ebenso virtuos wie schwungvoll, spielt mit dem beliebten Tanzrhythmus und wirft die Motive wie Jonglierbälle quer durchs Orchester.
THÜRINGER ALLGEMEINE, Ursula Mielke, 29.10.2016

In Vito Žurajs Insideout (2013) wird man regelrecht in das Feuer der Handlung und die Hysterie der Leidenschaft katapultiert. Der slowenische Komponist inszeniert ein Paar und konfrontiert das Publikum mit dem Thema der Hassliebe. (…) Die schneidenden Töne des Instrumentalensembles, das angeheizt wird – schrille Harfe, wirkungsvolles Schlagzeug, Verschmelzung der Klangfarben und schlagende Bögen – bilden die Grundlage für einen spannungsgeladenen Dialog zwischen den beiden Stimmen, in einer explosiven Auseinandersetzung.
RES MUSICA, Michèle Tosi, 14.04.2016

Schnell zieht diese bunte, immer leicht aufgeregte Musik den Zuhörer in den Bann. Dabei spielen Algorithmen in dieser Musik ebenso eine Rolle wie musikalische Intuition. Trotzdem entsteht keine starre, floskelhafte Reißbrettmusik – im Gegenteil.
DAS ORCHESTER, Heike Eckhoff, Februar 2016,zu Hawk-eye auf der Porträt-CD Changeover"

Vito Žurajs Hornkonzert „Hawk-eye" lädt dazu ein, sich „einen Adler vorzustellen, der über ein malerisches Tal fliegt und die Fähigkeit besitzt, jedes interessante Detail heranzuzoomen”. Mit dieser anschaulichen bildlichen Vorstellung hatte der Solist Saar Berger Carte Blanche um, musikalisch gesprochen, herumzuwirbeln, abzutauchen und umherzuschwirren.
TTHE GUARDIAN, Kate Molleson, 02.03.2015

Die Klangsprache sei spektakulär, die Dramaturgie der Komposition überraschend und die Materialbeherrschung in der Behandlung unerwarteter Geräuschsäulen und -orkane beeindruckend, befand die Jury des Stuttgarter Kompositionspreis – und verlieh Vito Zuraj 2013 den renommierten Preis für sein Werk „Changeover".
DEUTSCHLANDFUNK, Egbert Hiller, 09.08.2014

Im Konzert ,,Ensemble Modern remixed!“ (…) begegnete man den Werken in einem sich anschließenden Live-Remix erneut: etwa den filigranen Rieselklängen und dem Hoketus einer mikrotonalen Klangschalen-Melodie aus Vito Žurajs Komposition „Restrung". Das Werk hatte mit seiner Klangsinnlichkeit und seinen Gegensätzen vom vereinigten Grunzen aus Violoncelli und Kontrabass über das Knattern von Kontrafagott, Kontrabassklarinette und Subkontrabass-Saxophon zum lichten Flirren von Solovioline und Piccolo Flöte und dem lichten Tröpfeln von Streicher-Pizzicati und feinen Cembalo-Klängen gefallen.
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, Elisabeth Risch, 24.11.2013

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Mediencenter

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Diskografie

Changeover

Changeover

Saar Berger, Ensemble Modern, hr-Sinfonieorchester
Orchester der Slowenischen Philharmonie
Matthias Pintscher, Johannes Kalitzke
Wergo, B013578D1C, 2015
Koproduktion des Deutschen Musikrats und des Slowenischen Rundfunks

Portrait Saar Berger

Portrait Saar Berger

Travelling Pieces
Aufgenommenes Werk: Warm-up
EMCD-026/27, Ensemble Modern, 2014

Folk Songs

Folk Songs

Ensemble Experimental
ExperimentalStudio des SWR
Aufgenommenes Werk: Zgübleni
Neos, B00OMEJAS8, 2014

Deconstructing Accordion

Deconstructing Accordion

Luka Juhart, Akkordeon
Aufgenommenes Werk: Silhouette
Neos, B00NLQVG30, 2014

Unirsi al cielo (DVD)

Unirsi al cielo (DVD)

Klangforum Wien
Jean-Michaël Lavoie
San Fedele Musica, 2014

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Werke

Vito Žurajs Werkkatalog mit Hörbeispielen finden Sie hier.

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