Mark Andre

Komponist

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CR Katrin Schander

Termine

29.04. 20:00
Radialsystem, Berlin

Mark Andre,  asche

Kammerensemble Neue Musik Berlin
Mark Andre, Komposition
Stephan Winkler, Dirigent

20.05. 19:00
Künstlerhaus Villa Concordia

Mark Andre,  Riss 2

Mark Andre, Komposition
Ensemble Oktopus

08.06. 19:30
Elbphilharmonie, Hamburg

Mark Andre, Komposition
Jörg Widmann, Klarinette

07.07. 20:00
Herkulessaal München

Mark Andre,  woher...wohin
Matthias Pintscher,  with lilies white
György Kurtág,  Hommage à Pierre Boulez
Jonathan Harvey,  Towards a pure land

Matthias Pintscher, Dirigent
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Mark Andre, Komposition

Biografie

Es geht um die Frage: Wo liegt die Schwelle, wo liegen die Grenzen des Wissens, der Notation, der Klangerfahrung?

Der 1964 in Paris geborene Komponist Mark Andre schafft in seiner Musik existentielle Erfahrungsräume, die von subtilen Veränderungsprozessen geprägt sind. „Kartenhäuser des Klangs, die kein Wind umzublasen vermag“ nannte das Hamburger Abendblatt seine ebenso feinen wie konzentrierten Kammermusiken, und auch in seinen Orchester- und Musiktheaterwerken erweist sich der gläubige Protestant als sensibler Klangforscher.

Mark Andre hat nach seinem Studium in Frankreich, das er unter anderem am Pariser Conservatoire national supérieur de musique bei Claude Ballif und Gérard Grisey absolvierte, in Deutschland eine neue musikalische Heimat gefunden. Seine Begegnung mit der Musik von Helmut Lachenmann, dessen Partitur für das Klavierkonzert Ausklang ihm eher zufällig in die Hände geraten war, beschreibt er als Offenbarung. In der Folge absolvierte er von 1993 bis 1996 ein weiterführendes Kompositionsstudium bei Lachenmann an der Hochschule für Musik Stuttgart sowie ein Studium der Musikelektronik bei André Richard im Experimentalstudio des SWR. Schon bald wurde er mit Stipendien und Preisen wie dem Kranichsteiner Musikpreis (Darmstädter Ferienkurse 1996), dem 1. Preis des Internationalen Kompositionswettbewerbs Stuttgart (1997) und dem Kompositionspreis der Oper Frankfurt (2001) ausgezeichnet, und 1998 war er erstmals als Dozent in Darmstadt eingeladen. 2002 erhielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung.

Besondere Aufmerksamkeit wurde Mark Andre 2004 für die Uraufführung seines von Georges Delnon inszenierten dreiteiligen Musiktheaterwerks ...22,13... bei der Münchener Biennale zuteil. Ähnlich wie der Titel dieses Werkes, der sich auf eine Textstelle im Johannes-Evangelium bezieht, verweist auch der Name seines 2007 komplettierten Triptychons für Orchester auf ein religiöses Thema: In ...auf..., dessen letzter Teil bei den Donaueschinger Musiktagen den Preis des Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg erhielt, erforschte Mark Andre den Aspekt des Übergangs, der in der Auferstehung Christi präsent ist. Ein Faible für deutsche Präpositionen als grammatische Funktionselemente des Übergangs zeigt der Wahlberliner auch in zahlreichen anderen Werktiteln wie den vier zwischen 2001 und 2005 entstandenen Kammermusiken ...durch..., ...zu..., ...in... und ...als...

Mark Andres erste Oper wunderzaichen, die von einer fiktive Reise des Humanisten Johannes Reuchlin ins heutige Israel handelt, wurde unter der Leitung von Sylvain Cambreling zu einem Höhepunkt der Stuttgarter Opernsaison 2013/2014. Das Klarinettenkonzert über, geschrieben für Jörg Widmann und das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, wurde bei den Donaueschinger Musiktagen vom Publikum gefeiert und erhielt den Orchesterpreis. Viel Beachtung fand beim Kölner Musikfestival ACHT BRÜCKEN das Violinkonzert an, das von Carolin Widmann aus der Taufe gehoben wurde.

Im Frühjahr 2017 komplettiert das Ensemble intercontemporain mit der Uraufführung von Riss I Mark Andres Trilogie aus Ensemblewerken. Deren erster Teil war bereits 2014 vom Ensemble Modern beim Musikfest Frankfurt erfolgreich uraufgeführt worden, gefolgt vom zweiten Werk, interpretiert von der Musikfabrik Köln. Im Rahmen der musica viva Konzerte des Bayerischen Rundfunks werden im Juli zudem ein Orchesterwerk sowie ein neues Streichquartett für das Arditti Quartet zur Aufführung kommen.

Mark Andre ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Sächsischen Akademie der Künste sowie der Bayerische Akademie der Künste in München und wurde 2011 mit dem Orden Chevalier des Arts et des Lettres ausgezeichnet. 2012 war er Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin.

Saison 2016/17

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Resonanz

Zu "3" für die Neuen Vocalsolisten Stuttgart

Die Uraufführung von Andres „3“ heißendem Werk für sechs Stimmen – der Titel verweist auf die Kreiszahl und die Trinität – war bei den Neuen Vocalsolisten bestens aufgehoben. Die Sänger evozierten eine für Andre charakteristische Welt der Langsamkeit und Versenkung;[...] Großer Beifall.
Stuttgarter Nachrichten, 08.12.2015

Zu "über" für Klarinette und Orchester

Was sich in der Baar-Sporthalle ereignete, war eine Art gebremster Ephiphanie: War Widmanns pianissimo schon fragil genug, so wurde es über die Lautsprecher ins fast Unhörbare übersteigert. Überhaupt dominierte ein schier magisches quid pro quo, in dem Orchester, Soloinstrument und technische Veränderung sich ununterscheidbar osmotisch durchdrangen; Ein Zartheits-Elysium, gleichwohl von Blitzen durchzuckt. NMZ, 11/2015, Gerhard R. Koch

Er [der Orchesterpreis des SWR Orchesters Baden-Baden Freiburg] geht an die Komposition „über“ für Soloklarinette (Jörg Widmann), Orchester und Live-Elektronik von Mark Andre. Die Jury war bewegt und berührt von der „Feinheit der Klänge“ dieses Werks.
Focus online, 18.10.2015

Ist’s noch diesseitige Musik? Oder ist es die Klang gewordene Stille, in ihrer Unerbittlichkeit nur schwer zu ertragen? Angesichts Widmanns einzigartiger Pianospielkunst und Beherrschung avantgardistischer Techniken ist alles möglich. Und vor allem auch angesichts Mark Andres Endzeitmusik "über", die Klängen so subtil und verstörend nachspürt.
Badische Zeitung, 20. Oktober 2015, Alexander Dick

zu "an" für Violine und Orchester:

[...] hatten die Violinistin Carolin Widmann und das sensibel spielende WDR-Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Tito Ceccherini mit Mark Andres uraufgeführten "an" einen Hauch von Nichts in die gut besuchte Kölner Philharmonie gezaubert.
Kölner Stadt-Anzeicher, 11.05.2015, Rainer Nonnenmann

zu "E2" für Cello und Kontrabass:

Andres Partitur besticht, die reduzierten, meist nur wie hingetupft wirkenden Klänge erzeugen eine immense Spannung.
DIE WELT, 27.08.2013

Zauberhafte Tropfen ließen der Cellist Richard Duven und Bassist Peter Riegelbauer auf Anweisung des Komponisten Mark Andre durch das "Himmelsloch" von James Turrell fallen.
Salzburger Nachrichten, 26.08.2013

Ein schönes und entschwebendes Stück, dem man ein weniger wetzendes Publikum gewünscht hätte.
Drehpunkt Kultur, 26.08.2013

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Werke

Eine Liste aller Werke von Mark Andre finden Sie unter www.edition-peters.de

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