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Vito Žurajs erste abendfüllende Oper Blühen kam Anfang 2023 in Frankfurt auf die Bühne und erhielt herausragende Kritiken. Im Vorfeld der Uraufführung sprachen wir mit dem Komponisten über seine Zusammenarbeit mit dem Librettisten Händl Klaus, der Regisseurin Brigitte Fassbaender und dem Ensemble Modern, das unter Michael Wendeberg spielte.
Auf Vito Žurajs neuer CD Alavò interpretieren drei große Orchester sowie namhafte Solist:innen drei Werke aus den vergangenen fünf Jahren.
Mit seinem Werk Api-danza macabra nimmt sich Vito Žuraj der Brisanz des Bienensterbens an. Das WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Cristian Măcelaru hat die Auftragskomposition im Sommer 2021 als „Miniatur der Zeit" uraufgeführt.
Kraftvolle und minutiös ausgearbeitete Kompositionen, die häufig szenische Elemente und Raumklangkonzepte einbeziehen und den Interpret:innen auf den Leib geschnitten sind, zeichnen den 1979 in Maribor geborenen Komponisten Vito Žuraj aus. Innerhalb kurzer Zeit setzten sich seine Werke im Konzert¬saal durch, interpretiert unter anderem vom New York Philharmonic Orchestra, dem BBC Scottish Symphony Orchestra, dem Helsinki Philharmonic Orchestra, dem Ensemble Modern und dem RIAS Kammerchor.
Eine Opernuraufführung steht für Vito Žuraj im Mittelpunkt der Saison 2022/23: Blühen wird im Januar und Februar in einer Inszenierung von Brigitte Fassbaender mit dem Ensemble Modern unter der Leitung von Michael Wendeberg an der Oper Frankfurt zu sehen sein. Für das erste abendfüllende Musiktheaterwerk des Komponisten lieferte Händl Klaus ein Libretto, das wiederum auf Thomas Manns Erzählung Die Betrogene fußt. Im Mai folgt die Uraufführung dreier Solostücke mit der Sopranistin Johanna Vargas, der Harfenistin Marion Ravot und dem Geiger Giorgos Panagiotidis beim Festival Acht Brücken in Köln.
Vito Žuraj studierte Komposition bei Marko Mihevc in Ljubljana und führte seine Studien anschließend bei Lothar Voigtländer in Dresden und bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe fort. Seine Erfahrung mit Technik und Ästhetik elektronischer Klangerzeugung, die er in einem Masterstudium in Musiktechnologie bei Thomas A. Troge sowie am ZKM Karlsruhe sammelte und beim Experimentalstudio des SWR und dem IRCAM ausbaute, nutzt er inzwischen nicht nur für seine eigene kompositorische Arbeit: Seit 2015 ist er als Professor für Komposition und Musiktheorie an der Universität Ljubljana mit dem Aufbau eines Studios für elektronische Musik betraut; parallel zu einem Lehrauftrag in Karlsruhe (2007 bis 2021).
Als passionierter Tennisspieler nutzt Vito Žuraj seine Erfahrungen aus bestimmten Spielsituationen immer wieder als Inspiration für eine inzwischen umfangreiche Reihe von Werken, darunter das 2011 entstandene Changeover für Instrumentalgruppen und Orchester, uraufgeführt mit dem Ensemble Modern und dem hr-Sinfonieorchester unter Johannes Kalitzke. Auch das Hornkonzert Hawk-eye (2014), aufgeführt vom Slovenian Philharmonic Orchestra und dem BBC Scottish Symhony Orchestra unter Matthias Pintscher sowie dem Konzerthaus Orchester Berlin unter Simone Young, gehört zu dieser Serie. Seit langem verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern, das zahlreiche seiner Werke uraufgeführt hat, u.a. Runaround (2014), Übürall (2013), Restrung (2012) und Warm-up (2012), und das ihm 2017 an der Elbphilharmonie ein Komponistenporträt widmete. Das NDR Elbphilharmonie Orchester brachte dort in einem zweiten Konzert zudem die Komposition Stand up! zur Uraufführung.
Auch zahlreiche weitere Ensembles und Orchester nehmen regelmäßig Werke von Vito Žuraj ins Programm. So brachte das Klangforum Wien unter anderem das 2013 entstandene Fired-up in Mailand, Paris und Wien zur Aufführung. Die halbszenisch angelegte Komposition Insideout wurde vom Scharoun Ensemble unter Matthias Pintscher bei den Salzburger Festspielen 2013 uraufgeführt und 2014 mit dem New York Philharmonic sowie 2016 mit dem Ensemble intercontemporain wiederaufgeführt. Zum 30. Jubiläum der Kölner Philharmonie wurde 2016 i-Formation für zwei Orchester und zwei Dirigenten aus der Taufe gehoben, gespielt vom WDR Sinfonieorchester unter Jukka-Pekka Saraste und dem Gürzenich-Orchester Köln unter François-Xavier Roth. Die Ensemblekomposition Tension war 2018 bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik mit dem Klangforum Wien unter Emilio Pomárico und erneut in Wien unter Peter Rundel zu hören. Zudem brachte das Philharmonia Orchestra 2018 die englische Fassung seiner Farce Ubuquity für Sopran und Ensemble zur Uraufführung. Für das SWR Vokalensemble und das SWR Symphonieorchester entstand die Komposition Der Verwandler, die sich mit dem Alchemisten Johann Friedrich Böttger, Erfinder des europäischen Porzellans, auseinandersetzt. Hors d’oeuvre für Koch-Performer und Kammerorchester beschäftigt sich mit Ritualen in Küche und Komposition und wurde im Juni 2019 vom WDR Sinfonieorchester unter Peter Rundel gemeinsam mit dem Sternekoch Daniel Gottschlich aus der Taufe gehoben.
2020 feierte Vito Žuraj einen großen Erfolg mit Begehren – zersplittert, einem Konzert für mikrotonal umgestimmte Harfe und Streicher. Die Uraufführung in der Kölner Philharmonie bestritten die Solistin Marion Ravot und das Münchener Kammerorchester, gefolgt von einer Aufführung am Grand Théâtre de Provence. Im Juni 2021 fand in Köln zudem die Uraufführung seines Orchesterwerks Api-danza macabra statt, interpretiert vom WDR Sinfonieorchester Köln unter der Leitung von Cristian Măcelaru. Auch das Gürzenich Orchester, das Helsinki Philharmonic Orchestra und das Slovenian Philharmonic Orchestra brachten das Werk zu Gehör. Die vergangene Saison begann für Vito Žuraj mit der Uraufführung seines Cellokonzertes Unveiled für Jean-Guihen Queyras beim Ljubljana Festival mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Kerem Hasan. Das Werk wurde anschließend in Köln mit dem Gürzenich-Orchester unter François-Xavier Roth aufgeführt und vom International Rostrum of Composers ausgezeichnet.
2016 erhielt Vito Žuraj den Claudio-Abbado-Kompositionspreis, der von der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker vergeben wird; die in Folge des Preises entstandene Auftragskomposition Alavó kam in Berlin, Paris und Luzern zur Aufführung. Vito Žuraj ist zudem Träger des Kompositionspreises der Landeshauptstadt Stuttgart 2012 sowie des Prešeren-Förder-Preises, der Auszeichnung für Kultur des slowenischen Staates. 2014 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom, der Akademie der Künste in Berlin sowie des ZKM Karlsruhe. Anfang 2019 wurde er für eine Dauer von drei Jahren als Jurymitglied in das Gremium berufen, das die Stipendiat:innen für die Villa Massimo, die Casa Baldi in Olevano, das Deutsche Studienzentrum in Venedig und die Cité des Arts in Paris auswählt. 2020/21 war Vito Žuraj Stipendiat des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg. Aktuell ist er Jurymitglied der Akademie Musiktheater heute der Deutsche Bank Stiftung; für 2023 wurde er als Fellow der Civitella Ranieri Stiftung ausgewählt.
Aufnahmen von Vito Žurajs Werken wurden unter anderem beim Label Neos veröffentlicht, zuletzt im November 2021 das Porträtalbum Alavò. Schon 2015 ist bei Wergo in der Edition zeitgenössische Musik des Deutschen Musikrats eine Porträt-CD erschienen.
Saison 2022/2023
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„Vito Zuraj hat „Alavò“ (…) als Hommage an Abbado geschrieben. Trotz der bildhaften Geschichte um einen sizilianischen Prinzen verzichtet er auf vordergründiges Lokalkolorit zugunsten dicht instrumentierter Klangereignisse, der Tonfall ist voller komischer Pointierungen und elegischer Stimmungen. Zauberhaft eine kurze Wiegenlied-Passage, von großartiger Wirkung die in die Stille tröpfelnden Schlusstöne.”
DER TAGESSPIEGEL, Benedikt von Bernstorff, 7.11.2017 über "Alavò", Auftragswerk der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker anlässlich des Claudio-Abbado-Kompositionspreises
„Schub´rdy G´rdy ist (…) ein Neologismus aus Schubert und Hurdy Gurdy, übersetzt Drehorgel. (…) Das thematische Material von Schubert stammt aus dem „Leiermann“ der Winterreise, dem „Erlkönig“ und dem „Ave Maria“. (…) Das Ganze würde wie eine etwas oberflächliche Aneinanderreihung von Schubert-Zitaten wirken, wenn da nicht diese direkte humoristische Ebene wäre, die das Stück dauerhaft am Leben hält und die von den Musikern, allen voran der wirklich tollen Sopranisten Rinnat Moriah, nahezu szenisch dargeboten wird.”
klassik-begeistert.de, Julian Bäder, 12.04.2017
„Vito Zuraj ist nicht sehr bekannt in Frankreich und das ist sehr schade. (…) In Ubuquité (…) lädt uns der Erzähler auf eine Weltreise, bei der sich Listen, Wortspiele und mehr oder weniger anstößige Witze aneinander reihen. Der Stil ist polymorph, nimmt Anleihen aus dem Jazz, liebäugelt mit „Mysteries of the Macabre“ von Ligeti und bezieht sich explizit auf Bernd Alois Zimmermanns Zitierarbeiten (der selbst sowohl in der Musik als auch im Text zitiert wird).”
forumopera.com, Par Alexandre Jamar, 24.01.2017
„Gleichwertig sind die Aufgaben verteilt, nur die Auftakte wechseln wie Aufschläge. Mit engelhaften Harfen- und Zimbelklängen öffnete das Fernorchester den Raum in die Höhe. Am Boden fuhren sämige Streicherglissandi wie müde Spieler den Raum ab, dann schossen die Blechbläser Fanfaren und ernteten den Return. (…) Gerade diese sicht- und hörbaren Dialoge machten den Besuchern Spaß. Und auch die vom Orgelkustos Thierry Mechler wellenartig sprudelnden Orgelläufe als Zwischenhändler von Bühne und Fernorchester schufen einen Deckel für das Spiel, in dem Vito Žuraj Energie und ungewohnte Klangfarben feinsinnig in den Saal mischte.”
KÖLNISCHE RUNDSCHAU, Olaf Weiden, 16.09.2016, über „i-Formation“ für zwei Orchester
„Sein Tango für Flöte und Orchester ist ebenso virtuos wie schwungvoll, spielt mit dem beliebten Tanzrhythmus und wirft die Motive wie Jonglierbälle quer durchs Orchester.”
THÜRINGER ALLGEMEINE, Ursula Mielke, 29.10.2016
„In Vito Žurajs Insideout (2013) wird man regelrecht in das Feuer der Handlung und die Hysterie der Leidenschaft katapultiert. Der slowenische Komponist inszeniert ein Paar und konfrontiert das Publikum mit dem Thema der Hassliebe. (…) Die schneidenden Töne des Instrumentalensembles, das angeheizt wird – schrille Harfe, wirkungsvolles Schlagzeug, Verschmelzung der Klangfarben und schlagende Bögen – bilden die Grundlage für einen spannungsgeladenen Dialog zwischen den beiden Stimmen, in einer explosiven Auseinandersetzung.”
RES MUSICA, Michèle Tosi, 14.04.2016
„Schnell zieht diese bunte, immer leicht aufgeregte Musik den Zuhörer in den Bann. Dabei spielen Algorithmen in dieser Musik ebenso eine Rolle wie musikalische Intuition. Trotzdem entsteht keine starre, floskelhafte Reißbrettmusik – im Gegenteil.”
DAS ORCHESTER, Heike Eckhoff, Februar 2016,zu Hawk-eye auf der Porträt-CD „Changeover"
„Vito Žurajs Hornkonzert „Hawk-eye" lädt dazu ein, sich „einen Adler vorzustellen, der über ein malerisches Tal fliegt und die Fähigkeit besitzt, jedes interessante Detail heranzuzoomen”. Mit dieser anschaulichen bildlichen Vorstellung hatte der Solist Saar Berger Carte Blanche um, musikalisch gesprochen, herumzuwirbeln, abzutauchen und umherzuschwirren.“
TTHE GUARDIAN, Kate Molleson, 02.03.2015
„Die Klangsprache sei spektakulär, die Dramaturgie der Komposition überraschend und die Materialbeherrschung in der Behandlung unerwarteter Geräuschsäulen und -orkane beeindruckend, befand die Jury des Stuttgarter Kompositionspreis – und verlieh Vito Zuraj 2013 den renommierten Preis für sein Werk Changeover.“
DEUTSCHLANDFUNK, Egbert Hiller, 09.08.2014
„Im Konzert ,,Ensemble Modern remixed!“ (…) begegnete man den Werken in einem sich anschließenden Live-Remix erneut: etwa den filigranen Rieselklängen und dem Hoketus einer mikrotonalen Klangschalen-Melodie aus Vito Žurajs Komposition „Restrung". Das Werk hatte mit seiner Klangsinnlichkeit und seinen Gegensätzen vom vereinigten Grunzen aus Violoncelli und Kontrabass über das Knattern von Kontrafagott, Kontrabassklarinette und Subkontrabass-Saxophon zum lichten Flirren von Solovioline und Piccolo Flöte und dem lichten Tröpfeln von Streicher-Pizzicati und feinen Cembalo-Klängen gefallen.“
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, Elisabeth Risch, 24.11.2013
Unveiled (2021)
Api-danza macabra (2021)
Désir-éclaté (2020), Beginn bei 00:12:00
Hors d'oeuvre (2018/19)
Vito Žuraj - Aftertouch (for ensemble) (2015)
Ubuquité - L'art est mort (Ensemble intercontemporain, Hélène Fauchère, Matthias Pintscher)
SWR Vocal Ensemble, SWR Symphony Orchestra, Brad Lubman, Kölner Philharmonie, WDR Sinfonieorchester, Jukka-Pekka Saraste, Gürzenich-Orchester Köln, François-Xavier RothMoriah, Jean-Frédéric Neuburger, Karajan Academy of the Berlin Philharmonic, Stanley DoddsNeos 12102, 2021
Saar Berger, Ensemble Modern, hr-Sinfonieorchester,Slovenian PhilharmonicMatthias Pintscher, Johannes KalitzkeWergo, B013578D1C, 2015A Coproduction of the Deutscher Musikrat and Slovenian Philharmonic
Travelling PiecesRecorded piece: Warm-upEMCD-026/27, Ensemble Modern, 2014
Ensemble ExperimentalRecorded piece: ZgübleniExperimentalStudio des SWRNeos, B00OMEJAS8, 2014
Luka Juhart, accordionRecorded piece: SilhouetteNeos, B00NLQVG30, 2014
Klangforum WienJean-Michaël LavoieSan Fedele Musica, 2014
Johanna Vargas, Gašper LivkCappricio 2021
Ensemble Modern, Ingo MetzmacherEnsemble Modern Medien 2020
Trio CatchBastille musique 2019