Samir Odeh-Tamimi

Komponist

kontakt

Clara Rempe

cr(at)karstenwitt.com

+49 30 214 594-233

General Management

CR Thomas Kujawinski

Biografie

Biographie

Samir Odeh-Tamimis Musiksprache ist in seiner Auseinandersetzung mit westeuropäischer Avantgarde und arabischer Musikpraxis verankert. Begeistert von sowohl der europäischen Klassik als auch der Ästhetik der Neuen Musik kam der palästinensisch-israelische Komponist im Alter von 22 Jahren nach Deutschland und studierte Musikwissenschaft und Komposition. Neben der Beschäftigung mit kompositorischen Vorbildern wie Giacinto Scelsi und Iannis Xenakis fand er in dieser Zeit auch zu einer Auseinandersetzung mit der Musikkultur seines Herkunftslandes zurück.

Inzwischen sind Samir Odeh-Tamimis Werke bei renommierten Festivals zu hören, und er erhielt Kompositionsaufträge unter anderem vom Deutschlandfunk, dem Saarländischen Rundfunk, den Donaueschinger Musiktagen, dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau, dem WDR und dem Bayerischen Rundfunk/musica viva. 2010 wurde sein Musiktheaterwerk Leila und Madschnun bei der Ruhrtriennale in Bochum uraufgeführt. Im Rahmen des vom Ensemble Modern und dem Siemens Arts Program in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut initiierten Projektes into Istanbul komponierte er 2008 ein von einem Aufenthalt in der türkischen Millionenstadt inspiriertes Werk für das Ensemble Modern. Auch mit dem Boulanger Trio sowie mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit: So besuchten die Sänger im Rahmen einer Auftragskomposition für das Eclat-Festival Samir Odeh-Tamimis Elternhaus bei Tel Aviv und lernten dort die musikalischen Wurzeln des Komponisten kenn en.

Sein Oratorium Hinter der Mauer, beauftragt vom RIAS Kammerchor anlässlich des 20. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung, kam im Berliner Radialsystem zur Uraufführung und war anschließend in Jerusalem und Dresden zu hören. Mansúr, das gefeierte Auftragswerk der Salzburger Festspiele 2014, uraufgeführt vom Chor und Mitgliedern des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, setzt sich mit dem Sufi-Mystiker und Revolutionär Mansur Al-Hallağ auseinander. 2016 beauftragte ihn das Brüsseler Klarafestival mit einem neuen Werk für eine inszenierte Version der Johannes-Passion von Bach unter der Regie von Pierre Audi. Das Intermezzo L’Apokalypse Arabe I, eingebettet zwischen die beiden Teile der Passion, basiert auf Texten der libanesischen Dichterin Etel Adnan und wurde 2017 im Muziekgebouw Amsterdam wiederaufgeführt.

Erst jüngst wurde im Jubiläumskonzert des SWR anlässlich 500 Jahre Reformation Gidim für Orchester und Elektronik aus der Taufe gehoben, das sich mit sumerischen Toten-Ritualen beschäftigt. Derzeit arbeitet Samir Odeh-Tamimi u.a. an einem Viola-Konzert für das Stuttgarter Kammerorchester. Die Saison 2017/18 startet mit der Premiere seines neuen Musiktheaterwerkes Capricornus durch das Ensemble Mosaik bei der pyramidale Berlin. Zudem hat das Berliner Zafraan Ensemble eine Porträt-CD eingespielt, die im Herbst in Kooperation mit dem RBB und Kairos veröffentlicht wird.

Samir Odeh-Tamimi ist seit 2016 Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und erhielt im gleichen Jahr den Musikautorenpreis der GEMA.

Wir bitten Sie, diese Biografie unverändert abzudrucken. Auslassungen und Veränderungen sind nur nach Rücksprache mit dem Management gestattet.

Saison 2017/18

zum Beitrag zum Beitrag

Resonanz

Samir Odeh-Tamimi legt in seinem Intermezzo für „And You Must Suffer“ bei der Vertonung des Gedichts „L’Apocalypse arabe“ der libanesischen Malerin und Dichterin Etel Adnan tiefe Vorstellungskraft und Sinn für Komplexität an den Tag. Hiermit findet eine arabische Stimme von Bedeutung Gehör in Europa.
Opernwelt, Shirley Apthorp, Mai 2017 (Opera Forward Festival Amsterdam)

Stark auch „Jarich (Mondgott)“, in dem der Palästinenser Samir Odeh-Tamimi Erinnerungen an das Leid seiner Familie – sie wurde ein Opfer der israelisch-palästinensischen Konflikte – verarbeitet. So werden hier drei sich dramatisch artikulierende Frauenstimmen in Tonbandzuspielungen eingebettet, die sich albtraumhaft verwandeln. Hinzu kamen verfremdete Höreindrücke aus Palästina: rituelle Gesänge, Sufi-Musik, Gongs und Trommeln. Ein Werk, das einen Hörsog erzeugte (…)
Stuttgarter Nachrichten, Verena Grosskreutz, , 11.2.2014 (ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart)

Samir Odeh-Tamimi und Marc Andre haben ihre Werke "Cihangir" und "üg" für Ensemble und Elektronik 2008 im Rahmen des Projekts "into Istanbul" des Siemens Arts Program direkt der Stadt am Bosporus abgelauscht: eine moderne Großstadt porträtiert Odeh-Tamimi. Das vielleicht klischeehafte - aber halt doch so verlockende - Bild der orientalischen Stadt malt Andre. Dass es keinen Grund gibt, sich vor dem "Fremden" zu fürchten, vermitteln beide. Solche Botschafter brauchen die Länder und Nationen.
Der Standard, Heidemarie Klabacher, 2.8.2014 (Salzburger Festspiele)

Sein unbetiteltes Stück baut mit scharfen intervallischen Reibungen gewaltige Klangflächen im Wechsel mit bedrohlichem Donnern und Rattern auf, bei dem das einzigartige Schlagwerk der Orgel zu voller Entfaltung kommt. (…..) Das Werk bietet jedenfalls nicht nur Illustration und Technikschau auf diesem phantastischen Instrument, sondern vermag eine Landmarke in der aktuellen Orgelkomposition zu setzen.
Musiktexte, Christian Rabenda, November 2012 (orgel-mixturen)

Zu einem erregenden Hörerlebnis geriet die Uraufführung von „Oh Leute, rettet mich vor Gott“ von Samir Odeh-Tamimi. Der palästinensisch-israelische Komponist bezieht sich hier auf den mittelalterlichen islamischen Mystiker Mansur Al-Halladsch, kombiniert dessen religiösen Text jedoch mit zwei Gedichten des 1930 geborenen syrischen Lyrikers Adonis, in denen die Entfremdung des Menschen von seinem Ursprung durch Zerstörung und technologische Rationalität beschrieben wird. Sprache, Wörter sind hier das Zentrum der Existenz. Entsprechend wortmächtig ist Odeh-Tamimis Stück, stammelnd, ekstatisch, erstarrend und wieder aufbrechend in kreiselnden Vokalfiguren, mit plötzlichen Tempobrüchen wechselnd zwischen meditativem Gesang und brüllenden Geisterfahrten: Die Zuhörer in der Südkirche waren überwältigt.
Esslinger Zeitung, Dietholf Zerweck, 11.09.2012 (Musikfest Stuttgart)

zum Beitrag zum Beitrag

Werke

Eine Liste der Werke Samir Odeh-Tamimis finden Sie auf der Internetseite von Ricordi.

zum Beitrag zum Beitrag

Mediencenter

zum Beitrag zum Beitrag