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Elke Moltrechtem@karstenwitt.com+49 30 214 594-227
Catherine Lamb, The illuminated grid
György Kurtág, Messages of the Late Miss R V Troussova
Bas Wiegers, Dirigent
Catherine Lamb, Komposition
Viktoriia Vitrenko, Sopran
Klangforum Wien
Catherine Lamb erforscht in ihren Werken eine Klangwelt, die aus der intensiven Beschäftigung mit der reinen Stimmung (engl. Just Intonation) hervorgeht. Der sich in ihr entfaltende harmonische Raum bringt eine Vielfalt neuer tonaler Beziehungen und eine Musik von immer wechselnder Farbigkeit hervor. In der Arbeit mit diesem Raum stehen auch menschliche Beziehungen, direkter Austausch und kollektive Herangehensweisen immer mehr im Fokus ihres Schaffens.
Die musikalische Biografie der 1982 in Olympia, Washington geborenen Komponistin war dabei von Anfang an von einem starken inneren Kompass geleitet, der sie auf eine Reise abseits vorhersehbarer akademischer Pfade führte. Schon als Elfjährige passte sie mit ihrem Hang zum offenen kompositorischen Experimentieren nicht in das Schema des klassischen Klavierunterrichts, den sie nahm. Ihre Begeisterung für Aufnahmen hindustanischer Musik von Ram Naryan und N. Rajam brachte sie dazu, mit 21 Jahren das Konservatorium zu verlassen, um in Indien in der Sitar-Spielerin Jyoti Thakar ihre erste wichtige Mentorin zu finden. Danach führte sie ihr Interesse an alternativen Stimmungssystemen ans California Institute of Arts in Los Angeles, wo sie Komposition bei Michael Pisaro studierte und als Schülerin von James Tenney intensiv in das Konzept der reinen Stimmung eintauchte. Nach dem Tod von James Tenney wurde der Filmemacher und Dhrupad-Musiker Mani Kaul zu einem weiteren Mentor. Im Anschluss an ihr Studium, das sie 2012 am Bard College in New York abschloss, ermöglichte ihr ein Henry Cowell Forschungsstipendium, in Paris mit Élaine Radigue zusammenzuarbeiten.
Schon während ihrer Zeit in Los Angeles hatte sie unter anderem als Mitgründerin des mikrotonalen Frauenchors Singing by Numbers Möglichkeiten für kollektive musikalische Forschungen geschaffen. Seit sie 2013 nach Berlin gezogen ist, setzt sie ihre Aktivitäten als Teil einer lebendigen kreativen Gemeinschaft fort, unter anderem mit ihrem experimentellen Label Sacred Realism und dem Harmonic Space Orchestra, das sie mitbegründete.
In der Saison 2026/27 entstanden und entstehen mehrere Werke für Ensemble und für kammermusikalische Besetzungen. Triangulations für das von ihr ins Leben gerufene Harmonic Space Orchestra erlebte seine Uraufführung im Oktober 2026 im Exploratorium in Berlin. The Iluminated Gride, ein Auftragswerk vom Muziekgebouw Amsterdam und Wien Modern für das Klangforum Wien, wird im November 2026 in Amsterdam uraufgeführt. Für das Archipel Festival 2027 entsteht umbra altera für das Ensemble Contrechamps und das Ensemble Dedalus, die erstmals gemeinsam musizieren werden. Für das JACK Quartet komponiert Catherine Lamb 2027 bereits zum zweiten Mal: das neue Auftragswerk der Wigmore Hall und der Wittener Tage für neue Kammermusik soll 2028 zur Uraufführung kommen.
Zu den wichtigen Werken der letzten Jahre gehört das von der BBC in Auftrag gegebene und 2023 bei den BBC Proms mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter Ilan Volkov uraufgeführte Portions Transparent/Opaque; das Orchester hatte 2014 beim Tectonics Festival in Glasgow schon den ersten Teil der dreiteiligen Komposition aus der Taufe gehoben. Für das Ensemble Musikfabrik und die Sopranistin Juliet Fraser entstand 2024 the being/the world, inspiriert von der Gedankenwelt des französischen Philosophen Éduard Glissant. In den neun Werken ihrer 2018 vollendeten Serie Prisma Interius erforscht sie Filterprozesse zwischen innerer und äußerer Wahrnehmung.
Catherine Lambs Werke wurden unter anderem von Ensembles und Orchestern wie dem JACK Quartet, Yarn/Wire, Ensemble Dedalus, Ensemble Musikfabrik, BBC Scottish Symphony Orchestra, Ensemble Resonanz, Ghost Ensemble, EXAUDI, London Contemporary Orchestra, Ensemble neoN, Plus-Minus Ensemble und dem Explore Ensemble in Auftrag gegeben und uraufgeführt.
Für ihr Schaffen erhielt Catherine Lamb zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien: 2016 war sie Stipendiatin der Akademie Schloss Solitude sowie Staubach Fellow bei den Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt, 2018 wurde sie von der Foundation for Contemporary Arts gefördert, und 2020 erhielt sie den Förderpreis Komposition der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Saison 2026/27
Wir bitten Sie, diese Biografie unverändert abzudrucken. Veränderungen sind nur nach Rücksprache mit dem Management gestattet.
Eine Liste aller Werke von Catherine Lamb finden Sie auf der Internetseite des Sacred Realism.
„Noch mehr Musik, die wir im Milton Court gerne hören – vom Explore Ensemble und den erstaunlichen Stimmen von Exaudi. Catherine Lamb ist eine amerikanische Mikrotonalistin. In der Praxis bedeutet dies, dass sie Musik komponiert, die verstimmt ist – so wie es alle westlichen Komponisten vor dem 18. Jahrhundert taten. Und sie beherrscht diese Kunst der „reinen Intonation“ so meisterhaft, dass sie einen Raum erschafft, der sich zugleich vertraut – uralt, ewig – und jenseitig anfühlt. In Dying Your Dying to Come Closer schwebt ein klarer Gesang aus einem mikrotonalen Nebel hervor. Dunstig, reichhaltig, halluzinogen.Rätselhafte Beschwörungen, Warnungen (mit freundlicher Genehmigung von Ursula Le Guin) ergießen sich in den reinsten, ungezwungensten Tönen. Eine Brücke zwischen ferner Zukunft und ferner Vergangenheit wird geschmiedet.Die Wolken lichten sich und geben den Blick auf eine Oase im Zentrum des Werks frei: fette, klirrende, schillernde Klangtröpfchen, die von einer gezupften E-Gitarre und einer keltischen Harfe herabfallen. Doch schon bald werden wir zurück in den Nebel gedrängt. Sanft beunruhigend, leise bewegend, himmlisch, sphinxartig: Mir fällt keine andere Komposition ein, die ihr gleicht – und auch keine schönere Uraufführung in diesem Jahr.“
Igor Toronyi-Lalic
„...versetzt sowohl die Interpreten als auch die Zuhörer in einen Raum, der zugleich mathematisch, wissenschaftlich, magisch und friedlich ist.“
Christian Kriegeskotte, American Composer Forum, über interius/exterius, 06/05/2026
„Ihre Herangehensweise an das Komponieren ist intuitiv und präzise, aber schlicht gesagt auch freudvoll – genauso wie ihre Herzlichkeit und Großzügigkeit, mit der sie ihr Wissen über das Material weitergibt.“
Rebecca Lane
ghost ensemblegreyfade, 2025
Ensemble ProtonAnother Timbre, 2024
Explore Ensemble, Exaudi, Vocal Ensemble, Lotte Betts-DeanAnother Timbre, 2023
andPlayAnother Timbre, 2023, at218
JACK QuartetKairos, 2021, 0018010KAI
Rebecca Lane, Jane HeilbronAnother Timbre, 2021
Bryan Eubanks, Xavier LopezAll that dust, 2020
Harmonic Space OrchestraSacred Realism, 2020
Giacomo Fiore2020, PR017
Viola Torros ProjectCafe Oto, 2020
AMPLIFY 2020
Steady Hand Records, 2019
Ensemble neoN, Phil Niblock, Catherine LambHubro, 2019, HUBROCD2601
Cristian AlvearAnother Timbre, 2019
Ensemble Dedalus, New World Records, 2019
Another Timbre, 2018, at131x2
Black Pollen Press, 2018
Catherine Lamb, Alvin Lucier, Anthony Vine, Yarn/Wire Self-released, 2016
Wolfgang von Schweintz, Catherine LambFrank Reinecke, double bassNeos, 2015
Carl Boe, Erika Duke-Kirkpatrick, Gianna Abondolo, Jeff Anderle, Jonathan Russell, Noah Miller, Phil O’Connor, Thalia Moore, Trey CosterisanOther Minds Live, 2014, OM 2008
Andrew Lafkas, Jason Brogan, Tucker DulinSacred Realism, 2014, sr2004
Wind Mesaure Records, 2014
Sacred Realism, 2012, sr001
Another Timbre, 2012
Jez riley French, 2012
Absense of Wax, 2011