Silent Songs into the wild

Staged Concert mit Musik von Franz Schubert

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Konzept

Der Komponist Franz Schubert wählte für seine Lieder oft lyrische Vorlagen, die das Wandern und den Abschied in den Blick nehmen – also die Erfahrungen des Fremdseins und der Einsamkeit in Worte fassen, aus denen sich die Sehnsucht nach Geborgenheit speist. Wie aber hören wir diese Werke im 21. Jahrhundert – in einer Zeit, in der Millionen Menschen weltweit ihre Heimat verlassen müssen und auf der Flucht in neue Ungewissheiten sind?


In „SILENT SONGS into the wild“ untersuchen Sänger, Tänzer und Musiker Schuberts Werke in einem mit zwei Kameras inszenierten Staged Concert als Erbe für das Hier und Jetzt. Sind diese Lieder ausschließlich in der Frühromantik zu verorten oder weisen sie über die Epoche ihrer Entstehung hinaus in andere Zeiten und (Kultur)Räume? Wie und warum berührt uns heute ein Schubert-Lied? Was passiert, wenn eine Sängerin oder ein Sänger damit auf eine Entdeckungsreise in die Freiheit aufbricht – in eine individuelle Freiheit, die gleichwohl mit der jeweiligen kulturellen Herkunft und der daraus gespeisten Prägung der Persönlichkeit zu tun hat?

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Programm

Franz Schubert (1797-1828)
Prolog
Ständchen D 957, 4 NB
Der Wegweiser D 911, 20 JL
Suleika I D 720 SL
Die Krähe D 911, 15 TS
Der Doppelgänger D 957, 13 NB
Dass sie hier gewesen! D 775 JL
Impromptu D 899, 2 Es-Dur MP
Meeres Stille D 216 JL
Gretchen am Spinnrade D 118 SL
Nachtstück D 672 NB
Erstarrung D 911, 4 MP
Der Lindenbaum D 911, 5 YK, MS
Der Müller und der Bach D 795, 19 TS
Streichquartett Nr. 15 G-Dur D 887 3. Satz AMQ
Gute Nacht D 911, 1 TS, JL
Der Leiermann D 911, 24 TS


Pause


Abschied D 957, 7
Das Fischermädchen D 957, 10 TS
Der Tod und das Mädchen D 531 SL, NB
Die Stadt D 957, 11 MP
Der Wanderer D 489 SL
Auf dem Flusse D 911, 7 NB
Heidenröslein D 257 JL
Im Frühling D 882 NB
Rastlose Liebe D 138 SL
Die Post D 911, 13 TS
Tränenregen D 795, 10 JL
Mein! D 795, 11 NB
Streichquartett Nr. 14 d-Moll D 810 4. Satz AMQ

Mitwirkende

Kuss Quartett

Jana Kuss, Violine
Oliver Wille, Violine
William Coleman, Viola
Mikayel Hakhnazaryan, Violoncello


NICO AND THE NAVIGATORS

wurden 1998 von der Regisseurin Nicola Hümpel und dem Bühnenbildner Oliver Proske am Bauhaus Dessau gegründet. Als „artists in residence“ der Berliner Sophiensæle entwickelten sie zwischen 1999 und 2005 den Zyklus „Menschenbilder“. Den Einstieg in die Welt des Musiktheaters und der Oper markierte 2006 das Stück „Wo Du nicht bist“ mit Kompositionen von Franz Schubert. Es schlossen sich Projekte um Händel, Bach, Rossini und Mahler an. In enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Detlev Glanert entstand 2014 am Residenztheater zur Münchener Biennale das Musiktheater-Projekt „Die Befristeten“. Ensemble-Produktionen wie u.a. „Die Stunde da wir zu viel voneinander wussten“ folgten. 2016 trug die Inszenierung „Reigen“ an der Oper Stuttgart zur Auszeichnung „Opernhaus des Jahres“ bei. Im Februar 2017 fand die Uraufführung von „SILENT SONGS into the wild“ im Palais des Beaux-Arts Brüssel statt und sorgte auch am Konzerthaus Berlin und an der Hamburger Elbphilharmonie für Begeisterung bei Presse und Publikum. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Kompanie feierte die neueste Produktion „Die Zukunft von gestern“ im Oktober 2018 in den Sophiensælen in Berlin Premiere. Nico and the Navigators gehen weltweit auf Tour und sind an renommierten Häusern wie der Deutschen Oper Berlin, dem Grand Théâtre de Luxembourg und der Opéra Comique Paris und auf Festivals wie dem UIMT Festival Korea, den Wiener Festwochen und Bregenzer Festspiele zu erleben.

Nicola Hümpel, Künstlerische Leitung

wurde in Lübeck geboren und absolvierte ihr Studium an der Hochschule für bildende Kunst Hamburg bei Peter Raacke und Ann Wolf. Gemeinsam mit Oliver Proske gründete sie 1998 die Kompanie Nico and the Navigators, in der sie seitdem für Konzepte und Regie der Produktionen verantwortlich ist. Die von ihr entwickelte Regiemethode unterrichtet sie an zahlreichen Schauspiel- und Musik-Hochschulen im In- und Ausland. 2011 erhielten Nicola Hümpel und ihr Ensemble den George-Tabori-Preis vom Fonds Darstellende Künste. 2016 wurde die Regisseurin von der Akademie der Künste mit dem „Konrad-Wolf-Preis“ ausgezeichnet.

Tobias Weber

studierte Viola und Gitarre am Richard-Strauss-Konservatorium in München. Der Komponist und Multiinstrumentalist ist spezialisiert auf Saiteninstrumente aller Art und elektronische Klangerzeuger. Als freier Musiker und Komponist arbeitet er international, spielt zeitgenössische Musik, aktuell mit dem Neuen Kollektiv München, zeichnet als musikalischer Leiter für etliche Theaterproduktionen verantwortlich (u.a. Residenztheater München, Münchner Kammerspiele, Singspiel Nockherberg), entwickelt experimentelle Kinderkonzerte mit Musik zum Anfassen und ist nicht zuletzt seit 2014 als Ensemblemitglied in zahlreichen Produktionen von NICO AND THE NAVIGATORS zu erleben.

Resonanz

"…Nico and the Navigators gelingt es, die Erfahrung von Fremdheit und Heimatsuche mit einer vielschichtigen Performance von Schuberts Liedern eindrucksvoll zu inszenieren…schafft einen Klangkosmos, der modern wirkt, eigensinnig und doch sensibel…Am Ende erklingt das Finale aus Schuberts Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ – so glasklar, energetisch und überzeugend, dass das Publikum lange nicht nach Hause gehen will…"

Tomasz Kurianowicz / Tagesspiegel

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