Der Komponist Franz Schubert wählte für seine Lieder oft lyrische Vorlagen, die das Wandern und den Abschied in den Blick nehmen – also die Erfahrungen des Fremdseins und der Einsamkeit in Worte fassen, aus denen sich die Sehnsucht nach Geborgenheit speist. Wie aber hören wir diese Werke im 21. Jahrhundert – in einer Zeit, in der Millionen Menschen weltweit ihre Heimat verlassen müssen und auf der Flucht in neue Ungewissheiten sind?
In „SILENT SONGS into the wild“ untersuchen Sänger, Tänzer und Musiker Schuberts Werke in einem mit zwei Kameras inszenierten Staged Concert als Erbe für das Hier und Jetzt. Sind diese Lieder ausschließlich in der Frühromantik zu verorten oder weisen sie über die Epoche ihrer Entstehung hinaus in andere Zeiten und (Kultur)Räume? Wie und warum berührt uns heute ein Schubert-Lied? Was passiert, wenn eine Sängerin oder ein Sänger damit auf eine Entdeckungsreise in die Freiheit aufbricht – in eine individuelle Freiheit, die gleichwohl mit der jeweiligen kulturellen Herkunft und der daraus gespeisten Prägung der Persönlichkeit zu tun hat?
