Mercy Seat Ensemble Resonanz

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Konzept

Mercy Seat – die Winterreise als Tätergeschichte
mit Charly Hübner und dem Ensemble Resonanz

Eine „Séance zwischen Nick Cave und Franz Schubert“ halten das Ensemble Resonanz und Schauspieler Charly Hübner ab, wenn sie die Winterreise mit Hilfe von Songs des australischen Rockpoeten neu interpretieren. Ausgangspunkt für den Tauchgang in menschliche Abgründe ist Caves gleichnamiges Stück, das den Gedankenstrom eines Mannes kurz vor seiner Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl verarbeitet.

Im Interview mit dem VAN-Magazin schildert Charly Hübner die Grundfrage des Songs: „Bin ich bereit zu sterben, weil ich böse bin – oder sterbe ich unschuldig, weil ich mich für gut halte?“ Am Ende des Songs löse sich diese Unterscheidung auf – das Böse zeige sich auch in der vermeintlich guten Seite und eröffne die Möglichkeit für ein Gedankenspiel. „Was wäre, wenn dieser junge Mann in Schuberts Winterreise, der aus seinem Dorfe weggeht, dort, wo er den Wegweiser entdeckt, sich für eine Tat entscheidet, nämlich für die, die ihm Befriedigung verschafft?“

Nicht nur Charly Hübner findet mit seiner im klassischen Gesang ungeschulten Stimme klanglich einen ganz eigenen Zugang zu Schuberts Musik – auch das Ensemble Resonanz sucht für das Stück nach neuen Wegen, die Musik von Schubert und Cave ineinanderfließen zu lassen. Komponist Tobias Schwencke lieferte dafür Arrangements, die ein hochkarätig besetztes Jazztrio mit Kalle Kalima an der Gitarre, Carlos Bica am Kontrabass und Max Andrzejewski am Schlagzeug einbeziehen.

www.ensembleresonanz.com

Perioden 2020:
9.-16. März 2020
1.-11. November 2020

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Mediencenter

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Pressestimmen

Ich lasse mich von der unerschütterlichen Überzeugung fesseln, mit der das Ensemble Resonanz seine eigene Fassung einer Tätergeschichte auf die Bühne bringt. Ganz vertieft sind sie beim Spielen und ich frage mich ob die Musiker in dieser Séance wirklich mit dem Übernatürlichen in Kontakt treten? Das Rätsel versinkt im tosenden Applaus. (…) Sehr beglückend – so soll ein Konzertabend sein.
br, sweetspot, 12. November 2018

Ein gewagtes Experiment mit dem renommierten Streichorchester Ensemble Resonanz. Ob das gut gehen konnte?Minutenlange stehende Ovationen, begeistertes Getrampel, das Publikum ist am Ende der Aufführung völlig aus dem Häuschen – und zwar zu Recht. Ein mitreißendes, ein überwältigendes Musikerlebnis haben Charly Hübner und das Ensemble Resonanz geliefert.
Sven Barske im NDR Kulturjournal, 7. November 2018

Cave singt in „Wild Roses“ und „Mercy Seat“ von Mord und Hinrichtung, und Hübner nutzt seine Songs, um aus dem melancholischen Wanderer einen vom Gewissen gehetzten Täter zu machen. Das funktioniert erstaunlich gut: Zumindest kann man etwas besser verstehen, warum dem Wanderer beim Anblick eines Friedhofes eine wahnsinnig-schwere Todessehnsucht befällt. Dass es auch musikalisch passt, liegt vor allen an Kalle Kalima, Max Andrzejewski und Carlos Bica. Die drei Jazzmusiker können mit Gitarre, Schlagzeug und Bass bei Schubert wie bei Cave glühendes Leid zum Klingen bringen und kurz danach so schwebend und leicht spielen, als sei nichts gewesen. (…) Beim „Leiermann“, der Schuberts Liederzyklus beschließt, fehlen danach sogar Charly Hübner die Worte. Wie ein Echo klingt die verlorene Melodie nur in einer einsamen Bratsche nach. „Schaurig“ erschien Schubert die eigene Komposition, als er sie erstmals aufführte. Im Funkhaus kann man das teilweise bedrückend deutlich nachvollziehen. Schaden hat im Publikum aber offenbar niemand genommen: Der anschließende Applaus ist euphorisch.
Hannoversche Allgemeine Zeitung, Stefan Arndt, 3. Oktober 2018

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