"Ausgangspunkt war die Idee des ökologischen Gleichgewichts", erklärt Johannes Maria Staud. "Diese Metapher - die Transformation, der Mischzustand, die wankende Stabilität eines Ökosystems interessieren mich kompositorisch ungemein. Ich stelle mir das Streichquartett als komplexes, resilientes System vor: vier eng miteinander verbundene Stimmen, die sensibel, elastisch und unerwartet aufeinander reagieren können. Störungen und Verschiebungen gehören dabei zum Wesen dieses Systems; Gleichgewicht entsteht nicht als Zustand der Ruhe, sondern als Ergebnis fortwährender Anpassung."
Neben Johannes Maria Stauds neuem Werk bringt das Kuss Quartett im Konzert am 6. Juli mit Joseph Haydns Streichquartett G- Dur op. 77,1 Hob. III: 81 und Franz Schuberts Streichquartett Nr. 15 G-Dur D 887 zwei Meilensteine der Gattung zur Aufführung.
Eine weitere Komposition von Johannes Maria Staud kommt am 23. Juli im Rahmen des Carinthischen Sommers zur Uraufführung. Wolfgang Kogert interpretiert im Klagenfurter Dom Tulpa/Doppelgänger für Orgel solo.