Am 23. Mai bringt das Ensemble Musiques Nouvelles im Rahmen des jährlichen Musiques Fraîches Konzertabends Lukas Ligetis neues "Übermalungsstück" Mémoire de l’avenir im belgischen Mons zur Uraufführung, das zwei Tage später auch in der Maison de la Radio Flagey in Brüssel zu hören ist.

Lukas Ligeti sagt über das vierte und voraussichtlich abschließende Werk seines Zyklus von "Übermalungsstücken", die er 2007 begann: "Die Inspiration stammt aus der bildenden Kunst: Der 2024 verstorbene vietnamesisch-amerikanische Künstler Dinh Q. Lê zerschnitt und verflocht Fotografien zu komplexen Strukturen, die keine klare Hierarchie von Vorder- und Hintergrund mehr erkennen lassen. Lisa Corinne Davis malt stadtplanähnliche Muster und überdeckt sie mit Farbschichten. Solche Konzepte dienen mir als Ausgangspunkt für eine musikalische Überlagerung verschiedener Klangvorgänge. Elemente wiederholen sich in verwebten Sequenzen – eine entfernte Parallele zur Minimal Music, allerdings mit von Grund auf komplexen, nicht-tonalen Klangzellen. Durch Schichtung, Verlangsamung und Zerfall entsteht eine Art akustische Granularsynthese – ohne Elektronik, allein durch instrumentale Mittel. So treten größere Strukturen hervor, die in den Einzelkomponenten nicht angelegt waren – eine klangliche Verflechtung, die sich erst im Hören entfaltet."

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